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Wirtschaft

Die Wirtschaft wächst wieder - ein bisschen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal 2009 um 0,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres gewachsen. Der Staatshaushalt ist hingegen ins Minus gerutscht.

Kasse mit Euro-Scheinen (Foto: dpa)

Die Staatskasse verbucht Defizite

Die Wirtschaft legte im Frühjahr wie erwartet real um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte am Dienstag (25.08.2009) die bereits am 13. August bekanntgegebenen vorläufigen Zahlen. Damit sei die deutsche Wirtschaft erstmals wieder leicht gewachsen, nachdem sie zuvor vier Quartale in Folge geschrumpft sei, erklärten die Statistiker.

Kräne (Foto: ap)

Bauinvestitionen lohnen sich

Wegen des dramatischen Einbruchs zum Jahresbeginn steht die deutsche Wirtschaft aber immer noch deutlich schlechter da als vor einem Jahr. Gegenüber dem zweiten Quartal 2008 ging das BIP preisbereinigt um 7,1 Prozent zurück.

Problem Staatsdefizit

Das Staatsdefizit betrug laut dem Statistischen Bundesamt rund 17,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Staat noch einen Überschuss von gut sieben Milliarden Euro verbucht. Das deutsche Staatsdefizit lag damit bei 1,5 Prozent des BIP. Damit erfüllt Deutschland das Maastricht-Kriterium von maximal 3,0 Prozent des BIP.

Antrieb für das Wirtschaftswachstum waren neben der ungebrochenen Konsumlust der Deutschen auch staatliche Ausgaben sowie Bauinvestitionen. "Es ist interessant, dass der private Verbrauch so robust ist - zumindest für deutsche Verhältnisse", sagte Volkswirt Dirk Schuhmacher von Goldmann Sachs in einer ersten Reaktion. Dazu habe die Abwrackprämie für Alt-Autos einen guten Teil beigetragen. "Die Kaufkraftgewinne durch die niedrige Inflation und der vergleichsweise gute Arbeitsmarkt haben ebenfalls den Konsum gestützt", meint Schuhmacher.

Zwei Schrottautos am Kran (Foto: ap)

Auch Abwracken lohnt sich

Auch der hart getroffene Außenhandel des Exportweltmeisters trug zur Erholung bei - obwohl doch in der globalen Krise die Nachfrage nach deutschen Waren stark gesunken ist. Da die Importe aber stärker zurückgingen als die Exporte, gab es einen positiven Beitrag des Außenhandels.

Bald wieder eine Eins vor dem Komma?

Die Zahlen seien sogar besser, als man das am BIP ablesen könne, sagt Sebastian Wanke von der Dekabank. Vieles deute darauf hin, dass demnächst mit kräftigem Wachstum zu rechnen sei. "Es ist nicht mehr auszuschließen, dass beim BIP im dritten Quartal eine eins vor dem Komma steht", glaubt Wanke.

Den Statistikern aus Wiesbaden zufolge bremst das Zögern vieler Unternehmen allerdings das Wirtschaftswachstum: Die Firmen bauten nämlich ihre Lagerbestände ab - und investierten insgesamt weniger in Maschinen und Ausrüstung als im Vorquartal. (sam/mm/dpa/ap/rtrs)

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