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Sport

Die Welt zu Gast im Fan Camp

Mehr Gäste als Schlafkapazitäten? In Dortmund auf jeden Fall. Für anspruchslose Fans aus aller Welt bietet das Fan Camp ein Bett, drei Wände, ein Dach über dem Kopf - und Nachtruhe um Mitternacht.

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Fancamp Dortmund

In Dortmund hatte man das Szenario schon vor zwei Jahren vorhergesehen. Die WM-Organisatoren wussten, dass in der Stadt wohl nur 5000 Gäste schlafen könnten - und viel mehr Fans kommen würden. Eine Lösung musste her! Die hatte die Westfalenhallen GmbH: fünf Kilometer Messestellwände wurden zusammengestellt, ein paar mobile Duschen installiert, und fertig war das Fan-Camp.

Ein Bett und der Charme eines Flüchtlingslagers

Fancamp Dortmund

Fancamp Dortmund

Fußballfans aus 45 Nationen haben schon hier im Dortmunder Fan Camp eingecheckt. Ein gelbes Plastikarmband ist die Eintrittskarte. Darauf steht auch die Zimmernummer. Besser gesagt: die Nummer der kargen Schlafkojen. Die Halle 7 der Westfalenhallen ist ein Labyrinth aus Stellwänden, die etwa 1000 kleine Räume mit jeweils drei Wänden bilden, die vierte ist offen. In den etwa acht Quadratmetern großen Boxen steht jeweils rechts und links ein Doppelstockbett aus Metall, mit einer straff gespannten Plastikplane als Matratze und einem zusammengefaltetes Laken. Auf den ersten Blick erinnert das Camp an ein Flüchtlingslager. Pro Nacht zahlen die Bewohner zwischen 35 bis 40 Euro. Mehr oder weniger gern.

Wimpel, Schals und eine nackte Frau

Fancamp Dortmund

So sehen glückliche Fans aus

Überall in den kargen Mini-Räumen hängen Fahnen und Wimpel, die auf die Nationalität ihrer Besitzer aufmerksam machen. Die Schweizer Koje ist gänzlich hinter rot-weißen Flaggen verschwunden. Auf Wäscheleinen zwischen den Betten trocknen Handtücher. Ein Poster klebt an der Wand: "Jesus liebt Dich". In Raum 112 hängt eine nackte Frau. In Halle sieben schlafen nur Männer. Nebenan werden Paare untergebracht. Und die weiblichen Fans haben einen eigenen Schlafsaal. "Wir werden eine einzeln reisende Frau natürlich nicht in eine Männergruppe von 20 Leuten setzen", sagt Camp-Betreuer Daniel Dreier. "Das läuft auch sehr gut. Wenn es wirklich ernst werden sollte, und hier bahnen sich kurzfristig eheähnlichen Beziehungen an, kann man natürlich auch noch umbuchen."

Vor allem die Schweizer und die Schweden hätten viele Frauen mitgebracht, erzählt Daniel Dreier. Die reisefreudigen Schweden halten den Rekord unter den täglichen Schlafgästen. 1000 Übernachtungen pro Tag sind es im Schnitt, zu den Schwedenspielen waren es 2500. Bis zu 4000 WM-Fans können im Camp übernachten. Überbelegung gibt es also nicht. Halle 8 ist sogar gänzlich leer. Daniel Dreier hätte gern noch mehr Leute im Camp. Das Ganze muss sich auch rechnen. "Was im Endeffekt dabei rumkommt, das wird man erst nach der WM sagen können, weil wir noch nicht sagen können, wie die Buchungen zum Achtelfinale und Halbfinale aussehen werden fürs Fan Camp", sagt Dreier.

Fancamp Dortmund

Japan zu Gast in Dortmund

Nachts im Fan Camp suchen im abgedunkelten Licht von Halle 7 müde und erschöpfte Fußballfans den Weg zu ihrem Bett: Spanier, Mexikaner, Amerikaner, Schotten, Schweizer, Deutsche. Um Mitternacht ist offiziell Nachtruhe. Sicherheitsleute sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Denn schon am nächsten Tag wird es weitergehen: mit Fußball und Party.

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  • Datum 28.06.2006
  • Autorin/Autor Grit Hofmann
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8gjx
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  • Autorin/Autor Grit Hofmann
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