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Bildung

Die Welt im (Klima-)Wandel

Klimawandel und Veränderungen in Ökosystemen, das sind die Kernthemen des weltweit einzigartigen Studiengangs "Global Change Ecology". Dabei stehen vor allen Dingen die gesellschaftlichen Auswirkungen im Mittelpunkt.

Adalbert Stifter UNESCO Biosphärenreservat Bayerischer Wald (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Der heimische Wald ist vom Klimawandel ebenso bedroht ...

Eine Gruppe Studierender schart sich um ihren Dozenten. Auf einer Lichtung am Waldstein im oberfränkischen Fichtelgebirge erklärt er Aufbau und Zielsetzung verschiedener Experimente. Diese Experimente führen Ökoforscher der Uni Bayreuth hier im Waldgebiet durch. Es geht um die Auswirkungen des Klimawandels auf den heimischen Wald. Die Studierenden, die für die Exkursion den Hörsaal gegen einen Waldspaziergang getauscht haben, hören gebannt zu. Unter ihnen Daniela Kretz. Für sie ist der Klimawandel ein großes Thema der Wissenschaft. "Was mich ganz besonders interessiert, sind 'extreme events', extreme Ereignisse. Wie werden die in Zukunft aussehen, und wie werden sie die Gesellschaft beeinflussen?", begeistert sich die gebürtige Kanadierin.

Der Mensch und die Katastrophe

Daniela Kretz studiert im zweiten Semester "Global Change Ecology". Interdisziplinär setzen sich die Studenten dabei mit globalen Umweltveränderungen und den damit verbundenen Auswirkungen auf Ökosysteme und auf unsere Gesellschaft auseinander. Dazu zählt auch der Umgang des Menschen mit Klima-Katastrophen. Wie etwa können Landwirte durch Anbau anderer Pflanzenarten auf die Auswirkungen langer Dürren oder ausgiebiger Regenperioden reagieren?

Klima ist ein weltweites Thema

Bewohnerinnen des Dorfes Bambariyon-ki-Dhani im indischen Bundesstaat Rajasthan laufen über das verdörrte Land, um sich Trinkwasser zu beschaffen (Foto: dpa)

... wie die Felder in Indien, die langsam zur Wüste werden.

Die Studenten kommen aus aller Welt nach Bayreuth. Der Schwerpunkt ihrer bisherigen Ausbildung lag meist in den Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie oder Meteorologie. Daniela Krenz etwa hat ihren Bachelor in Umweltmanagement gemacht, und zunehmend bewerben sich auch Forst- oder Agrarwissenschaftler für den Masterstudiengang "Global Change Ecology". Anders als die Einzelwissenschaften schaue Global Change Ecology von oben auf das Große und Ganze, auf die globalen Zusammenhänge, wie Institutsleiter Professor Carl Beierkuhnlein erklärt: "Viele ökologische Studien der Vergangenheit, die zum Beispiel aus der Biologie kamen, sind auf die Ebene der Ökosysteme konzentriert, auf die Elemente der Natur in lokalen Bereichen. Wir denken auf der Ebene der gesamten Erde." Dabei sollen naturwissenschaftliche Ansätze mit gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen verbunden werden.

Elitenetzwerk Bayern

Der Studiengang gehört zum sogenannten "Elitenetzwerk Bayern". Das bedeutet einerseits, dass "Global Change Ecology" finanziell gut ausgestattet ist und Studierende aus aller Welt lockt. Auf der anderen Seite gibt es strenge Auswahlkriterien für die 20 Studierenden, die pro Jahrgang letztendlich ausgewählt werden. Leider treten nicht alle Auserwählten das Studium dann auch wirklich an. Manchmal scheitere es nur am Flugticket nach Deutschland, weiß Carl Beierkuhnlein aus Erfahrung: "Die allerbesten müssen nicht immer zwangsläufig die sein, die es sich leisten können, nach Deutschland zu kommen. Für Masterstudenten gibt es kaum Fördermöglichkeiten, wenn sie aus Entwicklungsländern kommen." Deshalb würde der Professor gerne selbst an der Uni eine Stiftung gründen und ist auf der Suche nach Geldgebern.

Gute Aussichten in Wissenschaft und Politik

Ein Eisbär tummelt sich auf einer Eisscholle in der kanadischen Tundra (Foto: AP)

Auch der Lebensraum der Eisbären ist gefährdet.

Wer diesen besonderen Elitestudiengang abgeschlossen hat, der hat auch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Stelle als Wissenschaftler oder vielleicht als Politik- und Wirtschaftsberater – die Berufsmöglichkeiten für die Bayreuther Absolventen in "Global Change Ecology" sind vielfältig. Gerade weil die Studierenden schon während des Studiums die Möglichkeit haben, sich aktiv an Forschungsexperimenten zu beteiligen, sind sie bereits nach ihrem Masterabschluss hochqualifiziert. Daniela Kretz schätzt es sehr, dass sie auch aktiv in Ökoexperimente eingebunden ist, die zum Beispiel der Erforschung von häufigem Frostwechsel und dessen Einfluss auf verschiedene Pflanzenarten dienen.

Forschungsuni Bayreuth

Obwohl die Hochschule in Bayreuth noch recht jung ist, hat sie sich als Forschungsuni etabliert und ein starkes umweltwissenschaftliches Profil entwickelt. Die Verantwortlichen bemühen sich darum, den Studiengang "Global Change Ecology" stetig zu verbessern und inhaltlich den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Ökoforschung anzupassen. Und das zusammen mit den Studenten, deren Ideen und Vorschläge nach Möglichkeit umgesetzt werden.


Autoren: Christian Riedl / Gaby Reucher
Redaktion: Claudia Unseld

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