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Die Welt der Mode

Mode ist ein kleines Wort mit großer Wirkung. Für den Modemuffel ist es oberflächlicher Kommerz, für den Modeteufel Kunst und Darstellung des eigenen Ich. Aber beide müssen sich eingestehen: Mode ist ein Riesengeschäft.

Die Modewelt mit ihrem Glamour zieht immer wieder aufs Neue die Menschen in ihren Bann. Denn wer erfolgreich in der Mode tätig ist, dem winken Ruhm und Reichtum. Designer, oder wie sie früher hießen, Modeschöpfer und Models tummeln sich auf den Modenschauen in den großen Modemetropolen wie Paris, Mailand und New York. Eine aufstrebende Modestadt ist Berlin, die mit ihrer Fashion Week – neudeutsch für Modewoche – immer mehr in Mode kommt. Mittlerweile haben sich viele deutsche Modelabels auf dem internationalen Markt der Eitelkeiten etabliert und dafür gesorgt, dass Mode Made in Germany wieder in ist.

Heute in, morgen out

Ein Model auf einem Laufsteg

Die Modeprofis in der Front Row

Vor den Runways – den Laufstegen – sitzen die Modejournalisten der bedeutenden Modemagazine und versuchen, aus den Entwürfen der Couturiers die Trends der nächsten Saison zu erkennen, um dann die frohe Botschaft in die Modewelt zu tragen.

An diesen Trends orientieren sich auch Modeketten wie H&M und ZARA. Sie bieten ihren Kunden, dem "gemeinen" Modevolk, ein Gegenstück zu der sündhaft teuren Designermode: schicke Kleidung zu erschwinglichen Preisen.

Mode – ein launischer Geselle

Wer sich dem Modediktat unterwirft und mit dem Trend gehen will, der muss am Ball bleiben und die Modezeitschriften wälzen, denn die Mode ändert sich fast so schnell wie die Börsenkurse.

Ein Herr mit besonderem Gespür für Mode ist Modezar Karl Lagerfeld. Auch der wohl bedeutendste Designer unserer Zeit, der für Chanel und Fendi tätig ist, sieht die Schnelllebigkeit von Trends. Er sagte einmal: "Mode ist der kürzeste Reflektor des Zeitgeistes, und der ist ein verdammt launischer Geselle."

Von Lust- und Frustkäufen

Der Kopf einer Schaufensterpuppe

Die große Schwester des Modepüppchens

Einer bestimmten Sorte Frau ist das egal: den Modepüppchen. So werden spöttisch Frauen genannt, die sich jedem Trend unterwerfen und viel Wert auf ihr Äußeres legen. Pate für das Wort standen die Schaufensterpuppen, die keine andere Aufgabe haben, als Kleider zu präsentieren.

Dass es eine solche Bezeichnung nur für die Damen der Schöpfung gibt, kommt nicht von ungefähr, denn Kleidung einkaufen – auf neudeutsch Shopping – ist seit jeher ein weibliches Laster. Bei den meisten Herren als notwendiges und lästiges Übel verschrien, ist Shopping für Frauen ein bewährtes Mittel für und gegen alles. Egal, ob Frustkauf oder Lustkauf – einen Grund zum Einkaufen gibt es immer.

Die Modeticks

Eine Frau probiert Schuhe an

Das Paradies der Damen: das Schuhgeschäft!

Objekt der Begierde sind bei den modebesessenen Frauen meist Handtaschen oder Schuhe. Da kommt es sogar vor, dass die neue "It-Bag" von Marc Jacobs eine wochenlange Warteliste hat, oder dass frau im Schuhgeschäft schier keine Luft mehr bekommt, wenn sie vor den Pumps von Christian Louboutin steht.

Dabei bringt besonders der weibliche Schuhtick, also das Sammeln von Schuhen, die Männer zur Weißglut. Welches Paar kennt ihn nicht, den klassischen Dialog aus dem Schuhgeschäft: Der Mann zu seiner Frau: "Schatz, du hast doch schon genug Schuhe". Die Frau entgegnet: "Schuhe kann man nie genug haben".

Ein Geheimtipp

Ein Mann zerrt eine Frau von einem Geschäft weg

Manchmal muss man auch getrennte Wege gehen.

Da die beiden Geschlechter bei diesem Thema wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, ein Tipp an die Damen: Lassen Sie Ihren Mann zu Hause, wenn Sie mal wieder einen Samstag im Kaufrausch in den Kaufhäusern verbringen.

Und: Haben Sie Verständnis, denn viele Frauen haben auch nur bedingt Spaß im Fußballstadion. Handeln Sie getreu dem Motto: Jedem Tierchen sein Plaisierchen – jeder soll das tun und machen, was ihm oder ihr gefällt.

Mode – ein Lehnwort

Frauen mit Einkaufstüten

Shopping ist Frauensache!

Oder, sie können dem Mann während des Anprobierens einen Vortrag über die Herkunft des Wortes halten, damit die Wartezeit schneller vergeht. Das deutsche Wort Mode wurde im 17. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt. Zunächst tauchte es im Ausdruck à la mode auf, was soviel bedeutet wie zeitgemäß. Später entwickelte es sich dann zum eigenständigen Substantiv, das die aktuelle Kleiderwahl oder Kleiderordnung beschrieb.

Der Ursprung des französischen Wortes mode wiederum liegt im lateinischen Wort modus, was für Art und Weise steht. Im 18. Jahrhundert entstand das Berufsbild der Modistin. Sie war das, was wir heute eine Stylistin nennen, denn sie war zuständig für die Kleiderwahl und Kleiderzusammenstellung der feinen Damen.

Neumodische Modewörter

Eine Frau hält zwei Kleidungsstücke in der Hand und kann sich nicht entscheiden

Die Qual der Wahl: Überdauert es noch eine Saison?

Auch im Bereich der Mode haben viele Anglizismen die deutsche Sprache ereilt: statt Modenschau sagen wir Fashionshow, die Modewoche heißt nun Fashion Week und aus dem Modepüppchen wurde das Fashion Victim, also das Modeopfer. Aber auch diese Vielzahl an englischen Begriffen in unserer Sprache ist wohl eine Modeerscheinung und schon bald nicht mehr in.

Es ist dann wie in der Mode selbst: Wenn etwas in Mode ist, dann ist es modisch, oder gar neumodisch. Eine Saison später kann es jedoch schon wieder altmodisch sein und damit aus der Mode.

Kleider machen Leute

Ärzte in ihren Kitteln

Die Götter in Weiß!

Schon seit Jahrhunderten ist im deutschen Sprachraum die Redewendung Kleider machen Leute bekannt. Die beiden deutschen Schriftsteller Gottfried Keller und Robert Walser verwendeten sie als Titel für Erzählungen. Gemeint ist, dass nur derjenige, der gut gekleidet ist, als etwas gilt, wahrgenommen wird.

Obwohl Mode heute nicht mehr unbedingt auf den Stand oder das Einkommen eines Menschen verweist, so ist doch in vielen Berufen eine Uniform oder ein Dresscode unerlässlich. Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner geben über ihre Kleider ihren Berufsstand preis und vermitteln so Präsenz und Sicherheit. Geschäftsmänner dagegen drücken durch ihre dunklen Anzüge, oder Ärzte durch ihre weißen Kittel Seriosität und Glaubwürdigkeit aus.

Jeden Tag dieselbe Frage

So unterschiedlich die Einstellungen zur Mode und die Geschmäcker auch sein mögen: Jeder Mensch beschäftigt sich zwangsläufig einmal am Tag mit Mode, da gibt es kein Vertun. Denn wir alle stehen morgens vor dem Kleiderschrank und wählen ein Outfit für den Tag aus. Und jedes Mal fällt die Entscheidung schwer. Es sei denn, man muss nicht wählen, weil es nichts zu wählen gibt.



Fragen zum Text

Mit dem altertümlichen Begriff Modistin ist gemeint: …

1. eine modern gekleidete Frau.

2. eine Modekritikerin.

3. eine Stylistin.

Kein Wort der Wortfamilie Mode ist …

1. moderat.

2. modisch.

3. modern.

Die Redewendung Kleider machen Leute bedeutet, dass …

1. die Kleidung eines Menschen etwas über seinen Charakter aussagt.

2. derjenige, der gut gekleidet ist, auch ein guter Mensch ist.

3. Kleidung Einfluss darauf hat, wie man einen Menschen wahrnimmt.

Arbeitsauftrag

Was bedeutet Mode für Sie? Möchten Sie mit Ihren Outfits etwas ausdrücken, oder einen Teil Ihres Charakters preisgeben? Oder ist Kleidung für Sie eine Notwendigkeit und Sie finden, dass Mode überbewertet wird? Begründen Sie Ihre Meinung.

Autor: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

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