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Politik

Die Welt blickt auf Kopenhagen

Regierungsvertreter aus 192 Ländern diskutieren in der dänischen Hauptstadt über ein neues Klimaschutzabkommen. Das Ergebnis ihrer Verhandlungen könnte über die Zukunft des Weltklimas entscheiden.

Blaue Vogel Strauß-Puppe Strauß steckt Kopf in einen nachgebildeten Erdball (Quelle: AP)

Kopf im (globalen) Sand: Aktivisten in Brüssel warnen vor einem Versagen bei der Konferenz

Die am Montag (07.12.2009) aufgenommenen Verhandlungen sind auf 12 Tage angesetzt. Regierungsvertreter aus der ganzen Welt wollen in dieser Zeit ein weitreichendes Abkommen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe aushandeln. US-Präsident Barack Obama kündigte an, doch noch persönlich zur entscheidenden Schlussphase der Konferenz am 18. Dezember anzureisen – er weckte damit neue Hoffnungen auf einen Durchbruch. Das Ringen um eine Begrenzung der globalen Erderwärmung gilt als Jahrhundertaufgabe. Hunderte Millionen Menschen wären betroffen, und Städte wie Venedig oder ganze Inselstaaten wie die Malediven drohen in den Fluten zu versinken.

UN und USA verbreiten Optimismus

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verbreitete Optimismus. "Wir werden ein historisches Übereinkommen erreichen, das die globale Erwärmung bremst", sagte der Südkoreaner der dänischen Zeitung "Berlingske Tidende". Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, erwartet ein "starkes Ergebnis als Wendepunkt für die Klimaentwicklung". De Boer sagte: "Die Stunde der Entscheidung ist gekommen."

Person mit Star Wars Maske (Quelle: AP)

Aktion in Paris: Atmen bald nur noch mit Maske?


Als konkrete Ziele für das bis zum 18. Dezember dauernde Treffen nannte er "schnelle und effektive Wege" zur Finanzierung klimafreundlicher Technologien sowie "ehrgeizige Ziele" bei der Verminderung von CO2-Emissionen und die Bereitstellung langfristiger Finanzen. Außerdem müsse die Kopenhagener Konferenz die "Vision einer Zukunft mit niedrigen Schadstoffausstößen" bringen.

Das Weiße Haus in Washington erklärte zu den neuen Reiseplänen Obamas, es gebe Fortschritte hin zu einem Abkommen, "das alle Themen umfasst, die derzeit verhandelt werden". Obama habe in den vergangenen Tagen mit mehreren europäischen Spitzenpolitikern telefoniert, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Der US-Präsident gründe seine Zuversicht unter anderem auf China und Indien, die erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt haben.

Deutscher Umweltminister warnt, Greenpeace lobt

Die Bundesregierung warnte mit Nachdruck vor einem Scheitern. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte, der Gipfel werde nur dann ein Erfolg, wenn die dort versammelten Staaten sich darauf einigten, eine globale Erwärmung um höchstens zwei Grad zuzulassen. Er warnte in der "Bild am Sonntag": "Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich."

Der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser lobte ausdrücklich Bundeskanzlerin Merkel für ihre Rolle bei der Reise-Zusage des US-Präsidenten: "Ihr persönliches Engagement gegenüber Obama hat sich ausgezahlt." Nun seien alle Chefs der Länder mit dem größten CO2-Ausstoß an Bord. Die USA und China haben weltweit die höchsten CO2-Emissionen, sind aber nur zu wesentlich geringeren Verminderungen bereit als die EU.

Ob ein Klimaabkommen die globale Erwärmung wirklich stoppen kann, ist allerdings fraglich. Auch mit den aktuellen Klimaschutzzielen der einzelnen Länder steuert die Welt nach Angaben von Experten auf eine katastrophale Erwärmung um 3,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu.

Zelte und Banner auf dem Londoner Trafalgar Square (Quelle: AP)

Am Londoner Trafalgar Square harren Aktivisten im 'Klima-Camp' aus

Weltweite Aktionen vor Konferenz-Auftakt

In Kopenhagen und weiteren europäischen Städten demonstrierten am Wochenende Zehntausende für den Klimaschutz. In Berlin machte ein Bündnis von Nichtregierungsorganisationen mit einem Aquarium vor dem Brandenburger Tor auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam. In steigendem Wasser debattierten darin vier Darsteller von US-Präsident Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Chinas Präsident Hu Jintao und Senegals Staatschef Abdulaye Wade. Auf eine große Leinwand am Pariser Platz projizierte Greenpeace Twitter-Aufrufe zum Klimaschutz. Aus Brüssel fuhr ein "Klimaexpress" mit über 400 Aktivisten, Politikern und Experten in die dänische Hauptstadt.

Autor: Ranty Islam (dpa, afp)
Redaktion: Martin Schrader

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