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Politik

Die Welt auf der Flucht

Mehr als 37 Millionen Menschen weltweit sind auf der Flucht - ein neuer Rekord. Kriege, Umweltzerstörung und steigende Lebensmittelpreise sind die Gründe. Die UN rechnen mit weiter steigenden Zahlen.

Flüchtlinge kehren in Tschads Haupstadt zurück (Foto: dpa)

Auf der Flucht: Realität für mehr als 37 Millionen Menschen

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit hat mit über 37 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor, den die Organisation am Dienstag (17.6.2008) in Genf vorlegte. "Wir sehen uns derzeit mit einer komplexen Mischung globaler Herausforderungen konfrontiert", sagte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Als Gründe für die steigenden Flüchtlingszahlen nannte er neben Kriegen die Auswirkungen des Klimawandels und die explodierenden Lebensmittelpreise. "Diese Faktoren könnten zu einer steigenden Zahl an Vertreibungen führen", so Guterres weiter.

"Inoffizielle Flüchtlinge" fehlen

Dabei zählt das UN-Flüchtlingshilfswerk nur Menschen, um die es sich laut seinem Mandat kümmern darf. Dies sind etwa Katastrophen- oder Kriegsflüchtlinge. Armuts- oder Hungerflüchtlinge tauchen in den Statistiken hingegen gar nicht auf. Nach Schätzungen könnten einschließlich dieser inoffiziellen Flüchtlinge weltweit mehr als 67 Millionen auf der Flucht sein.

Ende 2007 zählten die Vereinten Nationen 11,4 Millionen Flüchtlinge außerhalb ihrer Heimatländer. Dazu kommen 26 Millionen Menschen, die im eigenen Land vertrieben wurden. Im Jahr zuvor waren es weltweit 9,9 Millionen und 24,4 Millionen. Nach eigenen Angaben kümmert sich das UNHCR mit 25,1 Millionen Menschen um so viele Vertrieben und Flüchtlinge wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Kaum Rückkehrer

Das UN-Flüchtlingshilfswerk muss sich um so viele Flüchtlinge wie nie zuvor in seiner Geschichte kümmern - so wie um diese Menschen in Sri Lanka (Foto: dpa)

Das UN-Flüchtlingshilfswerk muss sich um so viele Flüchtlinge wie nie zuvor in seiner Geschichte kümmern

Die meisten Menschen flohen 2007 aus Afghanistan (drei Millionen) und dem Irak (zwei Millionen). Je eine halbe Million stammen aus Kolumbien, dem Sudan und Somalia. Die meisten Flüchtlinge weltweit nahmen Pakistan, Syrien, der Iran und Deutschland auf.

Eine Rückkehr in das Heimatland konnte das UNHCR hingegen nur 731.000 Menschen ermöglichen. "Die Zahl der Flüchtlinge, die 2006 und 2007 in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, sind die zweit- und drittniedrigsten in den letzten 15 Jahren", heißt es dazu im UNHCR-Bericht. (dan)

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