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Sprachbar

Die Welle

Die Deutsche Welle trägt sie im Namen, eine Sportart war früher nach ihr benannt, Frauen lassen sich gerne eine machen. Die Welle drückt Bewegung aus – entweder bewegt sie sich oder sie bewegt etwas.

Sie sind eingeladen, mit uns zu surfen. Früher hätte man Wellenreiten gesagt, aber die Zeiten ändern sich. Inzwischen surft man auch nicht mehr nur im Wasser, sondern auch in der Cyberwelt des Internet.

Wellen im Urlaub

Wellen: das ruft Bilder von Strand, Sonne und Meer vor das geistige Auge. Es gibt kleine und große Wellen, schäumende und rollende Wellen. Sie klatschen ans Ufer, brechen sich an Klippen, bilden Täler, haben einen Kamm und türmen sich zu Wellenbergen. Form und Bewegung einer Welle sind eins.

Ein Wellblechzaun

Wellblech als Zaun

Definiert wird Welle als der Teil bei bewegtem Wasser, der sich für kurze Zeit aus der Wasseroberfläche hervorwölbt. Im Mittelalter wurden auch Quellen und Brunnen als Wellen bezeichnet. Im Englischen hat sich dieser germanische Wortstamm welle, wille in der Bedeutung von wälzen, also rollen, erhalten. To drive a well heißt einen Brunnen bohren. Und to well up bedeutet emporsteigen, hervorquellen. Wie auch immer: Die Welle – oder wellen als Verb – bedeutet Bewegung oder symbolisiert diese. Wenn etwas wellenförmig ist, weiß jeder, dass es wie eine Welle aussieht. Dazu gehören auch das Wellblech oder die Wellpappe.

Dauerwelle

Sprachlich betrachtet ist Welle zum Grundwort für eine wahre Flut von Begriffen und Ausdrücken der Gegenwartssprache geworden. Zum Beispiel: Dauerwelle. Diese Damenfrisur war eine Zeit lang eine Welle für sich.

Fast jede ungelockte Frau wollte sich eine machen lassen. Es war eine Welle geworden. Darunter versteht man ein plötzlich aufkeimendes und allgemeines Interesse an verschiedenen Dingen. Das kommt heran, wie eine Flut. Es ebbt aber auch wieder ab, wie bei einer richtigen Welle. Die Deutschen haben schon mehrere Wellen erlebt.

Vier Frauen im Fitnessstudio. Sie bewegen ihre Beine und Arme hoch

Die Fitnesswelle rollt

Fress- und Fitnesswelle

Zu Zeiten des so genannten Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren überkam das Land eine Fresswelle. Hunger und Not des Zweiten Weltkriegs waren überwunden. In den Läden gab es wieder genug Lebensmittel zu kaufen. Zu jener Zeit kamen auch die Messer mit Wellenschliff auf, mit denen das Brot besonders gut zu schneiden war.

Nach der Fresswelle mussten plötzlich die überflüssigen Pfunde abtrainiert werden. Die Fitnesswelle schwappte über das Land. Was früher mühsam durch Turnübungen wie Kniebeugen und Liegestütze und langweilige Gymnastik abtrainiert wurde, das erreicht man inzwischen in Fitnesscentern an Maschinen.

Noch mehr Wellen

In den 1960er Jahren schwappte auch die erste große Reisewelle über Italien hinüber. Die Deutschen überquerten in Massen die Alpen und nahmen statt in der Nordsee im Mittelmeer ihr Wellenbad. Italien ist inzwischen nicht mehr Urlaubsland Nummer Eins. Geblieben ist aber – damals wie heute – die Rückreisewelle.

Millionen von Autos quälen sich zum Ende der Ferienzeit auf den Autobahnen manchmal mühsam Zentimeter um Zentimeter Richtung Heimat vorwärts. Da würden sie sich schon – wie in der Stadt – über eine grüne Welle freuen. Dann schalten alle Ampel auf einer Straße hintereinander auf grün, aber nur, wenn man ein bestimmtes Tempo einhält.

Ein Mann kontrolliert eine Nockenwelle

Nockenwellen sind ein Muss in Automotoren

Technische Wellen

Wenden wir uns noch den technischen und physikalischen Wellen zu. Zum Beispiel den Antriebswellen, ohne die kaum eine Maschine auskommt. Wie beispielsweise die Nockenwellen in den Automotoren. Oder den elektromagnetischen Wellen, die nicht nur in der Mikrowelle ihren Dienst tun, sondern auch beim Radiohören.

Ob Kurz-, Ultrakurz-, Mittel- oder Langwelle. Der Rundfunk sendet je nachdem auf einer oder auf mehreren dieser Wellen. Jeder Rundfunksender sendet sein Programm dabei auf einer bestimmten Wellenlänge. Sender und Empfänger müssen dabei allerdings auf der selben Wellenlänge liegen. Nur so können sie sich gut verstehen. Auf einer Party aber müssen nicht alle Teilnehmer auf einer Wellenlänge liegen.

Schillers Wellen

Dem ein oder anderen Partygast mögen dann die Sätze aus Friedrich von Schillers "Die Bürgschaft" in den Sinn kommen: "Und Welle auf Welle zerrinnet; und Stunde auf Stunde entrinnet …"

Fragen zum Text

Wellen haben …

1. einen Kamm.

2. eine Bürste.

3. Haarnadelkurve.

Eine grüne Welle ist …

1. eine Welle, die grün ist.

2. eine Ampelschaltung.

3. ein Parteienbündnis.

Wenn man mit jemandem nicht auf einer Wellenlänge liegt, dann …

1. surft man mit ihm nicht auf derselben Welle.

2. hat man im Radio einen anderen Sender eingeschaltet.

3. versteht man sich nicht mit ihm.

Arbeitsauftrag

Betrachten Sie das Artikelbild. Versetzen Sie sich in die Lage des Surfers. Beschreiben Sie in einem kurzen Text die möglichen Empfindungen des Surfers. Lesen Sie Ihre Geschichte in der Gruppe vor.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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