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Aktuell Nahost

"Die Waffenruhe ist tot"

Von einer Feuerpause ist in Syrien nichts mehr zu spüren. Landesweit gehen die Kämpfe weiter. Auch die Luftwaffe startete neue Bombardements. Zu allem Überfluss bildet sich eine zweite Front zwischen Rebellen und Kurden.

Bei dem ersten Luftangriff seit dem formellen Beginn der Waffenruhe in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens acht Menschen getötet worden. Die syrische Luftwaffe habe ein Haus in der Stadt Irbin nahe der Hauptstadt Damaskus angegriffen, heißt es bei der in London ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Deren Vorsitzender Rami Abdel Rahman sagte: "Der Waffenstillstand ist tot".

Die Menschenrechtsbeobachter berichten zudem von Artillerieangriffen der Regierung auf Stellungen der Rebellen und Kämpfen in verschiedenen Landesteilen. Angriffe und Gefechte gebe es besonders in der nördlichen Provinz Aleppo und im Osten bei Deir el Sur. Aber auch in der Hauptstadt Damaskus und der Stadt Daraa im Süden, in denen es am Freitag Anschläge mit Autobomben gegeben hatte, gingen die Kämpfe weiter.

Jeder gegen jeden im syrischen Bürgerkrieg?

Die syrischen Streitkräfte hatten am Donnerstag der vom UN-Vermittler Lakhdar Brahimi vorgeschlagenen Feuerpause während des islamischen Opferfestes zugestimmt, sich aber vorbehalten, auf Verstöße zu reagieren. Die bewaffnete Opposition hatte sich schon vorher einverstanden erklärt, über die Feiertage die Kämpfe einzustellen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich auch die Armee daran hält.

Video ansehen 01:07

Syrien: Luftwaffeneinsatz trotz vereinbarter Waffenruhe

Oppositionelle aus Aleppo berichten zudem von stundenlangen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Kurden. Auslöser soll der Versuch von Regime-Gegnern gewesen sein, in den kurdisch-christlichen Stadtteil Aschrafijeh einzudringen. Damit hätten sie gegen eine Vereinbarung mit den Kurden und den Christen der Stadt verstoßen, die sich bislang aus den Gefechten herausgehalten haben. Den Berichten zufolge kamen 19 Rebellen und 10 Kurden ums Leben.

 Die Kurden werfen vor allem der radikal-islamischen Al-Nusra-Front vor, den Bürgerkrieg nun auch in die neutralen Bezirke tragen zu wollen. Kurden und Christen gehören zu den Minderheiten in Syrien. Nur wenige Christen stehen aufseiten der Opposition. Unter den Kurden gibt es Anhänger wie Gegner des Regimes.

rb/uh (afp, dapd, dpa)

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