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Amerika

Die Waffen der Frauen

Nicht genug, dass sich George W. Bush und John Kerry im US-Wahlkampf verbal die Köpfe einschlagen, jetzt werden auch die Frauen an ihren Seiten aktiv. Es verspricht ein besonderes Duell der Hübschen und Zicken zu werden.

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Die Zwillinge Barbara (l.) und Jenna Bush unterstützen ihren Vater mit weiblichen Reizen

Die besonnene First Lady Laura Bush gilt schon länger als Geheimwaffe ihres oft aus der Hüfte schießenden Mannes, und auch die potentielle Präsidentengattin in spe Teresa Heinz Kerry sorgt seit der Nominierung ihres Mannes für Schlagzeilen. Laura Bush werde der ständige Vergleich mit ihrer Mitstreiterin bald zu bunt, schließlich sei sie nicht auf einer "Ich bin nicht Teresa Tour", schreibt die Washington Post.

First Ladies mit Unterschieden

Ihre Tour durch die Vereinigten Staaten hat ein weitaus wichtigeres Ziel: Spenden für den Wahlkampf ihres Mannes eintreiben. Und das tut Laura Bush äußerst erfolgreich. Aber sie ist nicht nur als Geldeintreiberin unterwegs. Sie versucht mit ihrer bodenständigen Art ganz ladylike unentschlossene Wähler in den US-amerikanischen Schlüsselstaaten auf die Seite der Republikaner zu ziehen. Dabei bezieht sie, als ehemalige Lehrerin vor allem in Bildungsfragen, auch politisch Position - im Sinne ihres Mannes natürlich. Manchmal erinnert Laura Bush dabei an einen treuen Papagei: "Ich freue mich, dass George Bush sich dafür einsetzt, dass…" oder "Ich bin stolz auf meinen Mann, weil…" leiten die Mehrzahl ihrer Sätze ein.

Teresa Heinz Kerry in Boston

Teresa Heinz Kerry beim Nominierungsparteitag der Demokraten am 27. Juli 2004 in Boston.

Viele Wähler und Wählerinnen in den USA begrüßen diese selbstlose Art der amtierenden First Lady. Teresa Heinz Kerry spricht dagegen für einige Geschmäcker zu viel über sich selbst und zu wenig über ihren Mann, berichtet die Washington Post. Die schwerreiche Gattin des demokratischen Kandidaten entspricht definitiv nicht dem traditionellen Frauenbild. Zu Beginn ihrer Rede auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten begrüßte sie die Delegierten in fünf Sprachen, später empfahl sie einem Reporter, sich seine Ansichten "sonst wohin" zu stecken.

Studium für Wahlkampf unterbrochen

Ihre Tochter Alexandra Kerry ist trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - überzeugt davon, dass ihre Mutter eine hervorragende First Lady abgeben würde. "Es ist traurig, dass der Fokus der Öffentlichkeit oft auf minimalen Ausrutschern, statt auf Themengebieten, wie dem Gesundheitswesen, dem Umweltschutz oder der Wirtschaft liegt", sagte die 30-Jährige der amerikanischen Wochenzeitung "The Hill". Alexandra und ihre Schwester Vanessa haben sich mit einer großen Entschiedenheit der Kampagne ihres Vaters verschrieben. Die 27-jährige Vanessa unterbrach für den Wahlkampf sogar für ein Jahr ihr Studium an der Harvard Medical School.

Da konnte der amtierende Präsident George W. Bush natürlich nicht zurückstehen und zerrte für seinen zweiten Wahlkampf zum ersten Mal seine 22-jährigen Zwillingstöchter Barbara und Jenna in das Licht der Öffentlichkeit. "Es ist nicht so, als ob er angerufen hätte und mich gefragt hätte. Aber ich liebe meinen Vater und glaube, dass ich es bereuen würde, wenn ich es nicht tun würde", erzählt Jenna Bush im Vogue-Interview. Auch Vanessa und Alexandra Kerry sprachen mit "Vogue" und zeigten sich in der Fotosession, ganz im Gegensatz zum spröde wirkenden Vater, in einem Hauch von Nichts. Die Bush-Töchter posierten dagegen in eleganten Designer-Abendkleidern, um ihr durch illegale Alkoholexzesse etwas angekratztes Image aufzubessern.

Hübsche Töchter als Wahlkampfwaffen

Dass das Private politisch ist, ist nicht neu in amerikanischen Wahlkämpfen. Aber nie zuvor drehte sich ein US-Präsidentschaftswahlkampf so sehr um die Familien der Kandidaten. Die Kerry-Kampagne verlangt vielleicht noch mehr nach warmen Familienbildern, weil der Kandidat selbst so unnahbar und kühl wirkt. Auch im Wahlkampf der Republikaner ist die Botschaft durchschaubar: Ein Präsident, der in der Öffentlichkeit als polternder Kriegstreiber dasteht, kann wahrlich ein paar hübsche junge Frauen an seiner Seite gebrauchen - eine Condoleeza Rice ist da nicht genug. (kat)

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