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Top-Thema – Podcast

Die Waffen bleiben

In Schweizer Privathäusern gibt es mehr als zwei Millionen Gewehre und Pistolen. Einige sehen das als große Gefahr. Doch ändern wird sich nichts, denn die Schweizer Bürger dürfen über viele Gesetze selbst abstimmen.‎

In der Schweiz sterben jährlich etwa 300 Menschen durch Schusswaffen. Bei Selbstmorden, die mit einer Schusswaffe begangen werden, hält das Land den europäischen Rekord. Insgesamt gibt es bei einer Zahl von acht Millionen Einwohnern etwa 2,5 Millionen legale Waffen. Die Hälfte davon kommt vom Militär, denn in der Schweiz gibt es seit 1874 das Recht, Armeewaffen zu Hause zu lagern.

Anfang 2011 versuchte die Initiative "Schutz vor Waffengewalt", die von linken Parteien, Friedensaktivisten und Frauenorganisationen unterstützt wurde, das Waffengesetz des Landes zu verschärfen. Die Regierung, rechtsgerichtete Parteien und Armeeverbände waren allerdings gegen die Verschärfung der Gesetze. Sie sagten, dass die Regelung schon in den letzten Jahren strenger geworden ist – so dürfen Armeeangehörige zum Beispiel keine Munition für Waffen mehr zu Hause lagern.

Die Initiative forderte eine stärkere Beschränkung der Rechte: Armeeangehörige sollten unter anderem ihre Waffen gar nicht mehr zu Hause aufbewahren dürfen. Auch die Käufer von Waffen sollten beweisen müssen, dass sie diese auch benötigen. Ende Februar sprach sich die Mehrheit der Schweizer in einer Volksabstimmung gegen ein strengeres Waffenrecht aus – vor allem die deutschsprachigen Kantone waren dagegen.

Gerade in ländlichen Regionen waren die Bürger mit teilweise über 70 Prozent gegen die Verschärfung des Gesetzes. Jakob Büchler, Christdemokrat und Gegner der Initiative, erklärt: "Das Schweizer Volk lässt sich nicht so einfach entwaffnen. Die Schweizer Werte werden in diesem Land hochgehalten." Die Initiative "Schutz vor Waffengewalt" hat es nicht geschafft, eine Mehrheit von ihren Bedenken zu überzeugen – die konservative Grundstimmung in der Schweiz ist stark.

Glossar

Gewehr, das – eine lange → Schusswaffe, die man in beiden Händen hält

Pistole, die – eine kurze → Schusswaffe

Schusswaffe, die – eine Waffe, mit der man schießen kann

Selbstmord begehen – sich selbst umbringen

einen Rekord halten – hier: von etwas mehr haben als andere Länder

legal – gesetzlich; erlaubt ↔ illegal

Militär, das – die Soldaten eines Landes; die Armee

etwas lagern – etwas aufbewahren

Initiative, die – eine Gruppe, die sich für etwas Bestimmtes einsetzt

jemanden bei etwas unterstützen – jemandem bei etwas helfen

etwas verschärfen – etwas (z. B. ein Gesetz) strenger machen

rechtsgerichtet – mit politisch rechter Einstellung

streng – hier: so, dass ein Gesetz wenig erlaubt

Munition, die – die Kugeln/Patronen einer Waffe

Beschränkung, die – hier: die Reduzierung

sich gegen etwas aussprechen – gegen etwas sein

Kanton, das – ein Bezirk der Schweiz (es gibt 26 Kantone)

jemanden entwaffnen – jemandem die Waffe wegnehmen

etwas hochhalten – hier: etwas fortführen; etwas Wichtiges in Erinnerung behalten

konservativ – hier: politische Grundeinstellung, bei der traditionelle gesellschaftliche Werte sehr wichtig sind

Fragen zum Text

1. In der Schweiz gibt es etwa …

a) sechs Millionen Einwohner.

b) 2,5 Millionen Waffen.

c) drei Millionen Gewehre.

2. Die Initiative "Schutz vor Waffengewalt" möchte …

a) den Besitz von Schusswaffen erleichtern.

b) das Waffenrecht der Schweiz strenger machen.

c) Pistolen beim Militär verbieten.

3. Besonders in … waren die Bürger gegen ein strengeres Waffengesetz.

a) den Kantonen

b) der Stadt

c) ländlichen Regionen

4. Wer ein Gegner des Waffenrechts ist, möchte das Gesetz …

a) beschränken.

b) entwaffnen.

c) verschärfen.

5. In welchem Satz wird "etwas hochhalten" nicht im Sinne von "etwas fortführen" verwendet?

a) Viele Bürger halten die "Schweizer Werte" hoch.

b) In der Schweiz wird das Recht auf den Besitz von Waffen noch hochgehalten.

c) Gibt es einen Krieg, halten viele Bürger die Waffen hoch.

Arbeitsauftrag

Teilen Sie Ihren Kurs in zwei Gruppen. Während die eine Gruppe Argumente für den Besitz von Schusswaffen sammelt, sucht die andere nach Argumenten dagegen. Führen Sie anschließend ein Streitgespräch über das Thema.

Autor: Thomas Grimmer/Lukas Völkel

Redaktion: Raphaela Häuser

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