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DW-RADIO

Die Vorrunde der 17. Fußball-Weltmeisterschaft ist zu Ende

Eine Zwischenbilanz vor dem Achtelfinale

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Miroslav Klose: bester Torjäger der WM?

Nach 48 Begegnungen ist die Vorrunde der 1. Fußball-Weltmeisterschaft in Korea und Japan zu Ende gegangen. Nimmt man die Eindrücke dieser 48 Partien als Maßstab, dann erleben wir die schwächste Weltmeisterschaft der letzten Jahrzehnte – es sei denn, in den letzten 16 Spielen ändert sich die Qualität drastisch.

Bisher sind Fußball-Genießer jedenfalls enttäuscht worden. Spielerische Kabinettstückchen waren ebenso absolute Mangelware wie begeisterndes Kombinationsspiel, Spielfluß wurde allzu häufig durch Standfußball ersetzt und die vorher als Superstars angekündigten Spieler lassen ihr Können kaum aufblitzen. Dagegen bestimmen bisher Kampf und ergebnisorientiertes Agieren die Aktionen auf dem Rasen.

Überraschungen sind zweifellos das Salz in einer solchen Weltmeisterschaftssuppe, doch daß ausgerechnet die vermeintlichen Topteams in negativer Hinsicht dafür sorgten, hat nicht unbedingt zur Qualität dieser WM beigetragen. Schließlich sind Titelverteidiger Frankreich und Topfavorit Argentinien ebenso wie die als chancenreiche Außenseiter angesehenen Portugiesen weniger an der gegnerischen Stärke als an der eigenen Schwäche gescheitert. Von den ansonsten als Favoriten gehandelten Mannschaften konnten bisher weder die fast ebenfalls gescheiterten Italiener noch England überzeugen, Brasilien und Spanien glänzten zwar oberflächlich betrachtet, wurden aber bisher auch nicht ernsthaft gefordert.

Somit ist auch die Annäherung zwischen den vermeintlich Großen und den angeblich Kleinen nicht das Ergebnis einer positiven Entwicklung, sondern eher das Ergebnis einer deutlich erkennbaren Schwäche bei Europäern und Südamerikanern – die davon profitierenden Japaner, Südkoreaner und Amerikaner mögen diese Einschätzung verzeihen.

Bei den Europäern fällt auf, daß die Ost- und Südosteuropäer komplett versagten – Polen, Rußland, Kroatien und Slowenien sind schon nach der Vorrunde draußen. Auch das Abschneiden der Afrikaner, die in den letzten Jahren immer wieder vehement mehr Startplätze bei Weltmeisterschaften gefordert haben, ist enttäuschend – mit dem Senegal hat nur eine von fünf Mannschaften die Vorrunde überstanden.

Positiv aufgefallen sind bisher Dänen, Schweden und Mexikaner, die offensichtlich nicht vergessen haben , daß man Fußball auch spielen und nicht nur kämpfen sollte.

Und das deutsche Team? Nun, das 8:0 über Saudi-Arabien war längst nicht so gut, wie es hinterher geschrieben wurde, dazu waren die Saudis einfach zu schwach. Das 1:1 gegen Irland war ernüchternd und das 2:0 gegen Kamerun kam nur durch die mangelhafte Chancenauswertung der Afrikaner in der ersten Halbzeit zustande. Es waren also wieder einmal Kampfkraft und Glück an Stelle von spielerischer Klasse, die Deutschland ins Achtelfinale gebracht haben, wo nun mit Paraguay eine durchaus lösbare Aufgabe wartet.

  • Datum 14.06.2002
  • Autorin/Autor Wolfgang van Kann
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Q8m
  • Datum 14.06.2002
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