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Wissen & Umwelt

Die Vogelgrippe - eine unendliche Geschichte

Auf einem Hof in Bayern werden 13.000 Tiere notgeschlachtet. Schuld ist das Vogelgrippevirus H5N2, das dort entdeckt wurde. Weltweit ist Vogelgrippe eine Bedrohung. Wir haben die Fakten für Sie zusammengestellt.

Was genau ist die Vogelgrippe?

Vogelgrippe ist eine Viruserkrankung, die Vögel befällt. Vor allem Wildgänse und Enten sind häufige Opfer. Das Virus kann von Wildtiere auf Geflügel in Farmen überspringen und dort schlimme Grippeausbrüche verursachen. Haushühner und Puten sterben meistens an der Krankheit. Tiermediziner sprechen dann von Geflügelpest. Das ist aber nur ein anderes Wort für die Vogelgrippe.

Welche Viren lösen Vogelgrippe aus?

Mehrere Virusstämme können verantwortlich sein. Sie alle zählen zu den Influenza-A-Viren. Der für Menschen gefährlichste und daher bekannteste Stamm ist H5N1. Andere Stämme sind H7N9 und H5N8. Im Grunde genommen kann aber jeder Influenza-A-Virus-Stamm Vogelgrippe auslösen, er muss sich lediglich auf Vögel als Wirt anpassen. Dutzende solcher Virusvarianten sind bekannt: Ihre Namen reichen von H1N1 bis H15N9.

Wofür stehen das H und das N?

Grippevirus Foto: Novartis Vaccines

So sieht ein Grippevirus aus

Grippeviren tragen Eiweiße auf der Oberfläche ihrer Hülle. H steht für Hämagglutinin. Dieses Eiweiß hilft dem Virus unter anderem dabei, an Zellen im Atemwegssystem anzudocken. N ist die Abkürzung für Neuraminidase. Das Virus braucht sie, um sich im Körper zu vervielfältigen.

Die beiden Eiweiße unterscheiden sich je nach Virustyp in ihrer Struktur und ihrer Zusammensetzung. Daher werden die unterschiedlichen Virustypen anhand ihrer Eiweiße identifiziert und einfach durchnummeriert.

Können Menschen sich mit Vogelgrippe anstecken?

Die meisten Vogelgrippeviren können Menschen nicht infizieren. Die einzigen Stämme, bei denen sicher nachgewiesen ist, dass sie Menschen befallen können, sind H5N1 und H7N9. Diese können tatsächlich schwere Erkrankungen bei Menschen hervorrufen.

Gefährdet sind vor allem Menschen, die mit Geflügel arbeiten und die in Kontakt mit kranken oder toten infizierten Vögeln gekommen sind. Im Gegensatz zu anderen Grippearten breiten sich H5N1 und H7N9 für gewöhnlich nicht von Mensch zu Mensch aus.

Wer sich mit einem Vogelgrippevirus ansteckt, leidet an einer ungewöhnlich starken Grippe. Etwa 60 Prozent aller Erkrankten sterben daran.

Wesentlich ansteckender als die Vogelgrippe ist für Menschen die Schweinegrippe. Schweinegrippeviren können sehr viel leichter auf den Menschen übergehen, da unser Atemwegssystem dem der Schweine sehr ähnelt.

Wann und wo hat die Vogelgrippe begonnen?

Dass Vögel an Grippe erkranken, ist nichts Neues; die Krankheit gibt es schon länger. Schon Ende der 1950er Jahre wurde erstmals von einem Vogelgrippeausbruch mit dem Virus H5N1 in einer Geflügelfarm in Schottland berichtet. In den 1960er Jahren fanden Forscher viele bisher unbekannte Subtypen, die Massensterben bei wildlebenden Vögeln oder in Geflügelfarmen verursachten.

Vogelgrippe kommt weltweit vor. In den USA breitete sich in den Jahren 1983 und 84 der Subtyp H5N2 in Geflügelfarmen aus, woraufhin etwa 17 Millionen Tiere getötet wurden. Der Virustyp H5N3 verursachte im Jahr 1961 in Südafrika ein großes Sterben unter frei lebenden Seeschwalben. Eine besonders aggressive Variante des Subtyps H5N8 fand sich 2014 in Korea; mehrere Millionen Hühner und Enten mussten getötet werden, auch viele Zugvögel starben.

Im Jahr 1997 hat sich das erste Mal ein Mensch mit dem H5N1-Virus infiziert - das geschah während eines Ausbruchs der Geflügelpest in Hongkong. Seit dem haben sich Dutzende Vogelgrippe-Ausbrüche mit diesem Subtyp ereignet - in Asien, Afrika, Europa und Nordamerika, mit Millionen infizierten Hühnern und anderem Geflügel.

Insgesamt haben sich weltweit mehrere hundert Menschen weltweit mit der Vogelgrippe angesteckt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind über 400 Menschen daran verstorben. Die meisten Todesfälle gab es laut WHO in Ägypten und Indonesien.

Vogelgrippe in Hongkong China 2014 Foto: REUTERS/Tyrone Siu

Bricht irgendwo die Vogelgrippe aus, beginnt das große Notschlachten.



Warum sind die Behörden so besorgt, wenn sie Vogelgrippeviren entdecken?

Vogelgrippe ist hochansteckend, das Virus breitet sich sehr schnell aus. Zugvögel können die Erkrankung sogar innerhalb kürzester Zeit in andere Teile der Welt transportieren. Selbst wenn der Stamm nicht für Menschen gefährlich ist, hat Vogelgrippe zerstörerische Auswirkungen: Tausende oder gar Zehntausende Vögel müssen getötet werden - das gefährdet die Existenzgrundlage der Bauern, schadet der Wirtschaft und schwächt den internationalen Handel.

Außerdem: Bei Grippeviren muss man immer vorsichtig sein. Die Viren mutieren schnell - sie könnten sich also auch an den Menschen adaptieren. Ist das einmal passiert, könnte eine Pandemie die Folge sein.

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