1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Die Verluste gehen weiter

Schlecht waren die Vorgaben aus New York und Tokio. Am Dienstag setzten die deutschen Aktienmärkte ihre Talfahrt fortgesetzt und fielen auf den tiefsten Stand des Jahres.

default

Der DAX verlor bis zum Mittag (12:10 Uhr) 1,1 Prozent auf 4947 Punkte. Am Neuen Markt rutschte der Nemax-50-Index um 2,1 Prozent ab auf 1095 Zähler.

Händler begründeten die Verluste mit den schlechten Vorgaben aus den USA und Asien. Am Vortag hatten Dow Jones und Nasdaq-Index in New York kräftig verloren; der Dow verlor 2,2 Prozent auf 9687 Punkte, der Nasdaq-Index gab 2,9 auf 1856 Zähler nach. Dann fiel der Nikkei-Index mit einem Abschlag von 1,6 Prozent auf 9476 Punkte, den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Hinzu komme, so einige Börsianer, dass in Frankfurt marktbewegende Impulse fehlten, die die Kurse steigen lassen könnten.

Den wenigen guten Nachrichten fehlte dazu die Kraft. So gab der Berliner Pharmakonzern Schering bekannt, dass er im letzten Jahr seinen Gewinn um 24 Prozent gesteigert hat - ein besseres Ergebnis, als es selbst optimistische Analysten erwartet hatten. Der Aktie half das allerdings nur wenig, sie legte leicht um fast ein Prozent zu. Aber immerhin, Schering ist einer der ganz wenigen Werte, die zumindest im Plus stehen.

Davon kann ein anderes Chemieunternehmen, die BASF, nur träumen. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube sagte, er rechne in diesem Jahr nicht einmal mit einem starken Wachstum beim Umsatz. Viel besorgter sind die Händler allerdings durch die allgemein schlechte Stimmung im Chemiesektor: Das war schon in der vergangenen Woche deutlich geworden, als der US-Mitbewerber Dow Chemical enttäuschende Quartalsergebnisse veröffentlicht hatte. Die BASF-Aktie mußte, ebenso wie das Papier von Bayer, etwas abgeben.

Auch im Bankensektor sieht es im Moment nicht gut aus. Commerz-, Deutsche und vor allem HypoVereinsbank fuhren bisher alle Verluste in einer Größenordnung zwischen einem und drei Prozent ein. Als Grund wurden an der Börse die schwachen Geschäftszahlen genannt, die Deutsche und Commerzbank zuletzt vorgelegt hatten. Ingesichts der schwierigen Lage überrascht es kaum, dass die Deutsche Bank angekündigt hat, dem Medienmogul Leo Kirch neue Kredite zu verweigern.

Einer der größten Verlierer ist auch heute wieder das Touristik-Unternehmen Preussag mit einem Minus von über drei Prozent. Einige Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Bei der Telekom ist immer noch nicht klar, was mit dem TV-Kabelnetz geschehen wird, falls der vom Kartellamt angemahnte Deal mit Liberty Media platzen sollte. Eine Zeitung schrieb, die Telekom wolle sich im Fall eines Scheitern zunächst nicht nach einem neuen Käufer umschauen. Das Unternehmen wollte diesen Bericht nicht kommentieren.
Hinzu kommt nach Einschätzung eines Analysten das 'enttäuschende Ergebnis' der von der Telekom erworbenen US-Telefongesellschaft Sprint. Sprint hatte am Montag einen hohen Verlust für das abgelaufene Quartal gemeldet und rechnet für 2002 mit einem Gewinn am unteren Ende der Prognosen. Die T-Aktie verbilligte sich um ein Prozent.

Der Euro notiert bei 0,8703 US-Cent.

  • Datum 05.02.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1pKL
  • Datum 05.02.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1pKL