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Fußball

Die Verfolger holen auf

Das Spitzenduo Leverkusen und Hamburg hat sich im Topspiel die Punkte gegenseitig weggenommen. Die Verfolger haben diese Chance genutzt und den Abstand zu den beiden verkürzt. Am Sonntag punkteten Dortmund und Wolfsburg.

Dortmunds Lucas Ramon Barrios trifft hier zum 1:0 gegen Bochum (AP Photo/Martin Meissner)

Zweiter Saisontreffer für den Dortmunder Barrios

Die sportliche Krise nach einem eklatanten Fehlstart ist bei Borussia Dortmund Vergangenheit. Mit einem 2:0 (1:0) im kleinen Revierderby gegen den westfälischen Nachbarn Bochum feierte der BVB am Sonntag seinen dritten Saisonsieg, den zweiten Dreier in Folge und den Sprung auf den zehnten Tabellenplatz. Dagegen fristet Bochum unter Interimscoach Frank Heinemann weiterhin sein Dasein in der Abstiegszone auf Rang 16. VfL-Kapitän Marcel Maltritz suchte vergeblich nach einer Erklärung für den blutleeren Auftritt seiner Mannschaft. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht, Dortmund eingeladen, immer wieder auf unser Tor zu schießen."

Meister Wolfsburg holt auf

Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic (Mitte) ist vor den beiden Mönchengladbachern Spielern Thorben Marx (links) und Roel Brouwers am Ball (AP Photo/Fabian Bimmer)

Ballbeherrschung: Spielmacher Misimovic

Der Deutsche Meister Wolfsburg hat sich in der Spitzengruppe zurückgemeldet. Nach einem 2:1-Erfolg (1:0) gegen Mönchengladbach in der zweiten Sonntagsbegegnung kletterte die Mannschaft von Armin Veh auf den fünften Tabellenplatz vor. "Das war kein gutes Spiel von uns", sagte Spielmacher Zvjezdan Misimovic. "Aber wichtig war, dass wir gewonnen haben und oben dranbleiben." Für Mönchengladbach war die Niederlage besonders bitter. Denn der Traditionsverein hatte tapfer gekämpft und in der zweiten Halbzeit gute Torchancen gehabt. Aber wieder einmal wurde deutlich, dass den Gladbachern derzeit die Durchschlagskraft fehlt. "Wir hatten heute die Möglichkeit, ein Unentschieden oder sogar einen Sieg zu holen", ärgerte sich Kapitän Tobias Levels über den erneuten Rückschlag, der auch die Position von Coach Michael Frontzeck nicht gerade stärken dürfte. Nach der fünften Niederlage in Folge ist Mönchengladbach auf den vorletzten Rang abgestürzt.

Langweiliges Topspiel

Das vermeintliche Topspiel des 9. Spieltages hielt am Samstag bei weitem nicht das, was es versprach. Das Duell zwischen dem Tabellenzweiten Hamburg und Spitzenreiter Leverkusen endete mit einem torlosen Remis. Damit bleibt die Werkself mit 21 Punkten aufgrund des um einen Treffer besseren Torverhältnisses auf Platz eins vor dem HSV. Beide Teams sind damit als einzige Mannschaften in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen. Leverkusen blieb mit der besten Abwehr der Liga auch im vierten Spiel in Folge ohne Gegentreffer, der HSV erzielte erstmals in dieser Saison kein Tor und musste nach vier Heimsiegen zwei Punkte in der eigenen Arena abgeben. "Ich habe fast erwartet, dass das Spiel so verläuft", sagte Bayer-Trainer Jupp Heynckes: "Viele Spieler hatten Länderspiele in den Knochen. Wir waren auf Ergebnissicherung bedacht." HSV-Trainer Bruno Labbadia war nach dem Duell mit seinem Ex-Klub ebenfalls nicht ganz zufrieden. "Leverkusen hat ganz klar auf einen Fehler von uns gewartet. Wir haben das Spiel gemacht, mussten aber auch vorsichtig sein."

Schalke und Bremen rücken näher

Schalkes Ivan Rakitic (rechts) feiert sein Tor mit Teamkollegen Rafina (AP Photo/Daniel Maurer)

Jubel: Torschütze Rakitic (r.)und Rafinha

Weil sich das Spitzenduo die Punkte gegenseitig wegnahm, konnten sich die Verfolger als Gewinner des Spieltags fühlen. So haben Schalke und Bremen im Gleichschritt Boden gut gemacht. Die Königsblauen gewannen in Stuttgart mit 2:1 (0:1), sammelten damit drei wichtige Punkte und verschärften gleichzeitig die Krise bei den Schwaben. Für die Mannschaft von VfB-Teamchef Markus Babbel war es die vierte Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen. Schalke dagegen rangiert mit 19 Punkten auf Tabellenplatz drei, nur zwei Zähler von den beiden Spitzenteams entfernt. Trainer Felix Magath sah allerdings nicht nur Positives bei seinen Schalkern: "Natürlich bin ich froh über unseren glücklichen Sieg. Auf der anderen Seite waren wir heute natürlich sehr effektiv." Man habe aus dem Wenigen was man vorne entwickelt habe zwei Tore gemacht, die zum Sieg gereicht hätten, gab Magath zu.

Unterdessen hat Bremen seine Erfolgsserie eindrucksvoll fortgesetzt. Die Norddeutschen schlugen Hoffenheim mit 2:0 (2:0) und bleiben damit bereits im 13. Pflichtspiel hintereinander ohne Niederlage. Mit 18 Punkten rangiert das Team von Trainer Thomas Schaaf auf Position vier. Der Werder-Coach hatte nichts auszusetzen und fasste sich kurz: "Die Mannschaft hat hervorragend gespielt. Ich bin sehr zufrieden, dass wir so ins Spiel gefunden haben und hoffe, dass es uns gelingt, noch mehr an Sicherheit zu gewinnen."

Bayern macht einen Schritt nach vorn

Fußball Bundesliga Hertha Berlins Trainer Friedhelm Funkel war enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft. Foto: Alina Novopashina dpa/lbn

Wieder verloren: Hertha-Trainer Funkel

Dem FC Bayern München ist der erste Schritt aus der Krise geglückt. Der deutsche Rekordmeister kam beim Aufsteiger Freiburg zu einem 2:1 (1:0)-Sieg, erzielte nach 315 Minuten endlich wieder ein Tor und verkürzte den Rückstand auf Leverkusen und Hamburg auf sechs Zähler. Das Münchner Eigengewächs Thomas Müller sorgte für den wegweisenden ersten Treffer und zeigte sich anschließend entsprechend zufrieden: "Wir mussten hier gewinnen, um nicht den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Es war ein hartes Stück Arbeit heute." Freiburg habe sich nicht versteckt. Jetzt könne man zufrieden mit drei Punkten nach Hause fahren, freute sich der Stürmer.

Hertha Berlin bleibt auch unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel Schlusslicht der Liga. Der Vorjahresvierte verlor im zweiten Spiel unter dem 55-Jährigen das Kellerduell in Nürnberg mit 0:3 (0:2) und blieb damit zum achten Mal in Folge ohne Punkt. Der Hertha-Coach machte keinen Hehl daraus, wie sauer er war: "Die Mannschaft hat in keinster Weise das umgesetzt was wir uns vorgenommen haben und das muss ich ihr einfach vorwerfen. Da hat Nürnberg uns vorgemacht was es heißt im Abstiegskampf aufzutreten."

Köln gewinnt das Karnevals-Duell

Kölns Milivoje Novakovic (rechts) macht sein erstes Saisontor (AP Photo/Hermann J. Knippertz)

Novakovic (r.) mit seinem ersten Saisontor

Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt für die Berliner bereits fünf Zähler, da neben den Nürnbergern auch Köln dreifach punktete. Die Geißböcke bezwangen Mainz mit 1:0 (1:0). FC-Trainer Zvonimir Soldo analysierte die Begegnung ganz realistisch: "Man kann sagen, dass das kein schönes Spiel war, aber wir haben geduldig gespielt und im richtigen Zeitpunkt das Tor geschossen." Der Sieg gehe in Ordnung und die drei Punkte habe man verdient, war Soldo überzeugt. Wieder auf dem Vormarsch ist auch Eintracht Frankfurt. Die Elf von Trainer Michael Skibbe besiegte Hannover mit 2:1 (1:0).

Autor: Sarah Faupel/Calle Kops

Redaktion: Wolfgang van Kann

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