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Fußball

Die USA im WM-Finale

Das US-Team war zwar nicht die bessere, aber die cleverere Mannschaft. Mit 3:1 gewann der zweimalige Weltmeister gegen Außenseiter Frankreich und zieht damit zum dritten Mal in ein Finale bei einer WM ein.

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Die Voraussetzungen für das erste Halbfinale waren eher trüb: Es war mit 17 Grad kalt und es nieselte. Zudem war das Stadion in Mönchengladbach mit 25.000 Zuschauern nicht mal zur Hälfte gefüllt. Der 3:1 (1:0)-Sieg der USA gegen Frankreich war dagegen, um bei dem Wetter-Bild zu bleiben, heiter. Die Zuschauer konnten sich zumindest über ein frühes Tor freuen. Denn gleich der erste Konter der US-Amerikanerinnen saß: Nach einer Flanke von der linken Seite musste Lauren Cheney in der neunten Minute nur noch ihren Fuß hinhalten - und der Ball war drin zum 1:0. Es war das zweite Tor der Stürmerin bei dieser WM.

Französinnen zu unerfahren

Torwartfehler: Beim 1:1-Ausgleich hat sich die US-Torhüterin Hope Solo verschätzt. Photo: Rolf Vennenbernd

Torwartfehler: Beim 1:1-Ausgleich hat sich die US-Torhüterin Hope Solo verschätzt

Beide Mannschaften hatten ein kräftezehrendes Viertelfinale hinter sich mit jeweils Verlängerung und Elfmeterschießen. Während Frankreich sich gegen England durchgesetzt hatte, hatten die US-Amerikanerinnen gegen Brasilien die besseren Nerven gehabt. Der überraschende Halbfinalist aus Frankreich spielte zwar offensiv, aber kopflos. So versuchten die Französinnen meistens aus der Distanz ein Tor zu erzielen. Aber dafür waren die Schüsse zu harmlos und nicht platziert genug. Der eine in der 33. Minute hätte es jedoch verdient reinzugehen: Sonia Bompastor traf aus 16 Metern nur die Latte.

Torwartfehler

US-Fans feuerten ihr Team an (Foto:Martin Meissner/AP/dapd)

Die US-Fans wurden für ihren Einsatz belohnt

Der Weltranglisten-Erste aus den USA dagegen spielte routiniert, ohne jedoch das Spiel zu dominieren. Der 1:1-Ausgleich der aktiveren Französinnen war deshalb zwar nicht überraschend, das "wie" aber schon. Bompator flankte von links aufs lange Eck, die Torhüterin Hope Solo verschätzte sich, und der Ball segelte ins Tor. Doch erst eine Viertelstunde vor Abpfiff schien die Mannschaft der USA den Ernst der Lage zu erkennen. Abby Wambach (79.) und Alex Morgan (82.) nutzten eiskalt zwei Unsicherheiten in der französischen Abwehr und erhöhten innerhalb von nur drei Minuten auf 3:1.

War nicht immer mit der Leistung ihrer Mannschaft zufrieden: die US-Trainerin Pia Sundhage. Photo: Friso Gentsch dpa/lnw

War nicht immer zufrieden: Pia Sundhage

Dabei blieb es auch. Der zweimalige Weltmeister und dreimalige Olympiasieger zieht damit zum dritten Mal in ein WM-Finale ein. Und zum dritten Mal könnten die USA den Titel holen. "Wir haben das Herz in die Hände genommen und am Ende verdient gewonnen", meinte die schwedische Trainerin der USA, Pia Sundhage nach dem Spiel. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte die französische Torschützin Sonia Bompatour. "Wir waren am Ball und in den Zweikämpfen ganz gut. Aber die Amerikanerinnen sind mental so stark. Zum Schluss haben wir nicht mehr mithalten können."

Im zweiten Halbfinale trifft heute noch Schweden auf Japan.

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Stefan Nestler