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Politik

Die US-Strategie gegenüber Nordkorea

Die Atomprogramme des Iran und Nordkoreas stellen die internationale Staatengemeinschaft vor eine Herausforderung. Vor allem das Regime in Pjöngjang provoziert stets aufs Neue. Wie reagiert Washington?

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An der demilitarisierten Zone in Korea

In der Vergangenheit hatte Präsident Bush stets abgewiegelt - das Problem Nordkorea lasse sich am besten auf dem Verhandlungsweg lösen. Doch seit einem Jahr liegen die Sechs-Parteien-Gespräche, auf die sich die USA verlegt haben, nun schon auf Eis und der jüngste Raketentest der Nordkoreaner ließ US-Außenministerin Condoleezza Rice auch die militärische Komponente in Erinnerung rufen: "Die USA verfügen im asiatisch-pazifischen Raum über erhebliche Abschreckungsmittel um Nordkorea von welchen Plänen auch immer abzuhalten."

US-Truppen in Südkorea

US-Truppen in Südkorea

Die US-Truppenstärke in der Region beträgt etwa 100.000 Mann, allein in Südkorea sind knapp 13.000 Soldaten stationiert. US-Atomraketen in der Region stehen im Falle eines Angriffs Nordkoreas für einen unmittelbaren Vergeltungsschlag bereit. Hinzu kommt der Aufbau einer Raketenabwehr im Westen Alaskas, die auch nordkoreanische Raketen abfangen können soll. Peter Brookes, Sicherheitsexperte bei der American Heritage Foundation glaubt, dass der aggressive Ton Condoleezza Rices in Sachen Nordkorea zum richtigen Zeitpunkt kommt: "Kim Jong Il glaubt, dass Stärke aus dem Gewehrlauf kommt. Mit so jemanden muss man Klartext reden und auch rhetorisch gleichziehen."

Beschwichtigung oder Klartext?

Andere werfen der Bushregierung vor, es versäumt zu haben, gegenüber Nordkorea eine wirksame Eindämmungs-Strategie aufzubauen. Joseph Cincerione von der Carnegie Endowment for Peace weist darauf hin, dass Kim Jong II zwar ein Tyrann sei - aber eben nur ein kleiner. Die Großmacht USA sollte deshalb auch bereit sein, über die Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms zu verhandeln.

Doch die Zeit drängt. Inzwischen glauben US-Experten, dass Nordkorea bis zu fünf Atombomben bauen könnte. Allein durch ihr Weiterverbreitungspotenzial stellen sie eine erhebliche Gefahr dar. Die US-Strategie läuft deshalb auf eine deutliche Warnung hinaus. Daniel Ponemann, Nordkorea-Experte des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, fasst es so zusammen: "Kim Jon Il muss verstehen, dass er sich für eines entscheiden muss - entweder die Atombombe oder sein Regime."

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