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Politik

Die US-Bundespolizei FBI hat vor erneuten Terroranschlägen gewarnt.

Die Bauwerke im Westen der USA, darunter die berühmte Golden Gate Bridge in San Francisco, wurden daraufhin am Freitag scharf bewacht. Die US-Küstenwache und die kalifornische Polizei seien in Alarmbereitschaft.

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Dem FBI lägen bisher unbestätigte Hinweise vor, wonach zwischen dem 2. und 7. November sechs Anschläge auf Hängebrücken während der Hauptverkehrszeit geplant seien, berichtete die US-Bundespolizei. Zuvor hatte der kalifornische Gouverneur Gray Davis vier Brücken in dem Westküstenstaat als Ziele für mögliche Anschläge genannt. Betroffen könnten neben der Golden Gate Bridge und der Bay Bridge in San Francisco auch die Vincent Thomas Brücke in Los Angeles sowie die Coronado Brücke in San Diego sein. Es lägen "glaubwürdige Hinweise" vor, erklärte Davis. "Die beste Vorbereitung ist, die Terroristen wissen zu lassen, dass wir wissen, was sie planen und wir sind bereit", sagte Davis auf einer Pressekonferenz.

Über die Golden Gate Bridge in San Francisco fahren täglich rund 116.000 Autos. Nach den Anschlägen vom 11. September war das Wahrzeichen der Stadt wochenlang für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Die strikten Sicherheitsmaßnahmen wurden erst Anfang Oktober wieder gelockert. Nach Angaben des Gouverneurs sollen nun Angehörige der Nationalgarde auf der Brücke patrouillieren. Die Golden Gate Bridge ist mit einer Spannweite von 1280 Metern zwischen den Pfeilern eine der längsten Hängebrücken der Welt und verfügt über sechs Fahrbahnen.

Schwere Bombardierung durch B-52

Unterdessen haben US-Langstreckenbomber vom Typ B-52 am Freitag einen der bislang heftigsten Angriffe gegen Taliban-Stellungen an der Front nördlich von Kabul geflogen. Die Angriffe wurden nach Berichten der Nordallianz offenbar von amerikanischen Einsatzgruppen am Boden dirigiert. Ziel weiterer Angriffe waren Kabul, die Taliban-Hochburg Kandahar und die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans. Die Zahl der Bombeneinschläge wurde bis Mittag auf 60 geschätzt. "Es sind zu viele, um sie alle zählen zu können", sagte ein Kämpfer der Nordallianz, Scham Scher Khan.

US-Verteidigungsminister Rumsfeld bestätigte derweil, dass eine kleine Gruppe von Elitesoldaten in Afghanistan Ziele für die Angriffe der US-Bomber und der Bodentruppen der Nordallianz ausspäht. Ihre Stärke soll zwischen 100 und 200 Mann betragen. "Ich würde es gerne sehen, wenn sich ihre Zahl verdreifacht oder vervierfacht, sobald es menschlich nur irgendwie möglich ist", sagte Rumsfeld, der am Freitag zu einer Reise nach Russland und Zentralasien aufbrechen will. Rumsfeld verteidigte außerdem den Einsatz von Streubomben. Diese würden an der Front eingesetzt, um Soldaten der Taliban und Kämpfer der El Kaida zu töten, erklärte er.

Türkei lehnt Angriffspause wegen Ramadan ab

Die Türkei hat sich gegen einen Stopp der US-Angriffe auf Afghanistan während des islamischen Fastenmonats Ramadan ausgesprochen. Ein Sprecher des türkischen Präsidenten Ahmet Necdet Sezer sagte am Freitag in Ankara, der Ramadan sei eine "heikle Zeit", weil die meisten Türken Moslems seien. Terrorismus habe jedoch keinen Respekt vor "heiligen Werten, religiösen Feiertagen und Ramadan". Es gebe keinen Grund, den Kampf gegen Terrorismus wegen "Werten aufzugeben, die er nicht respektiert", fügte der Sprecher hinzu.

Die Türkei ist der einzige islamische Mitgliedsstaat der NATO und wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Am Donnerstag hatte die türkische Regierung die Entsendung einer Eliteeinheit aus etwa 90 Soldaten zur Unterstützung des US-Einsatzes in Afghanistan bekannt gegeben.

Milzbrand-Spuren in Pakistan bestätigt

In Pakistan sind offiziellen Angaben zufolge in zwei Einrichtungen Spuren von Milzbrand-Erregern entdeckt worden. Im Büro einer Zeitung und in einer Computer-Fabrik oder einem Computer-Labor seien Spuren gefunden worden, sagte Regierungssprecher General-Major Rashid Qureshi am Freitag im pakistanischen Außenministerium.

Diejenigen, die möglicherweise Kontakt mit den Erregern gehabt hätten, bekämen Antibiotika. Vermutlich sei keiner ernsthaft erkrankt. Damit wurden erstmals Milzbrand-Erreger in Pakistan festgestellt, seit nach den Anschlägen am 11. September in den USA weltweit vor der Gefahr einer Verbreitung der Erreger gewarnt wird.

Es sei jedoch zu früh, um sagen zu können, ob die Fälle mit den Milzbrand-Erkrankungen in den USA in Verbindung stünden, sagte Qureshi. Zuvor hatte eine führende pakistanische Tageszeitung mitgeteilt, sie habe Post mit Spuren von Milzbrand-Erregern erhalten. Der Brief sei persönlich zugestellt worden und habe ein weißes Pulver enthalten, sagte der Chefredakteur der größten Urdu-sprachigen Zeitung, "Jang", in Karatschi.