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Kultur

Die Tür geht einen Spalt auf

Papst Johannes Paul II hat überraschend die teilweise Öffnung der Geheimarchive über die Beziehungen zwischen dem Vatikan und NS-Deutschland zwischen 1922 und 1939 angekündigt.

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Seine Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus ist umstritten: Papst Pius XII.

Hintergrund ist der Streit um Papst Pius XII, der selig gesprochen werden soll. Eugenio Pacelli, wie Pius XII mit bürgerlichem Namen hieß, war vor seiner Papstwahl im Jahr 1939 vatikanischer Botschafter in Berlin und München. Historiker werfen ihm vor, die Judenverfolgung nie offen verurteilt zu haben. Vertreter der katholischen Kirche behaupten dagegen, Papst Pius XII habe im Geheimen Juden geholfen und spektakuläre Auftritte vermieden, um keinen Vorwand für Repressalien zu liefern.

Der Vatikan weigerte sich bisher hartnäckig, seine Archive aus dieser Zeit der Forschung zu öffnen. So entstand unter Wissenschaftlern der Eindruck, dass sich in den Vatikan-Archiven kompromittierendes Material verbirgt.

Im Vorjahr war der Versuch gescheitert, die Haltung der katholischen Kirche zum Holocaust von einer jüdisch-katholischen Historikerkommission untersuchen zu lassen. Die drei jüdischen Wissenschaftler hatten sich aus der Kommission zurückgezogen, weil sie nicht den Zugang zu allen relevanten Akten gewährleistet sahen.