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Aktuell Afrika

Die Sudanesen können nicht zum Frieden finden

Der Südsudan berichtet von neuen Attacken des Nordens. Dieser brüstet sich damit, 400 gegnerische Soldaten getötet zu haben. Im Kampf um die Öleinnahmen droht ein langwieriger Bruderkrieg.

Der schwelende Konflikt zwischen dem Sudan und seiner einstigen Provinz Südsudan hat sich erneut verschärft. Nach südsudanesischen Angaben überschritten die Streitkräfte des Nordens am Sonntag die Grenze zum Nachbarland. Die Truppen seien in drei Angriffswellen rund zehn Kilometer über die Grenze vorgestoßen, sagte der stellvertretende Direktor des südsudanesischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Mac Paul. Unterdessen meldet die Agentur AFP, sudanesische Kampfflugzeuge hätten Ziele in Bentiu angegriffen, der Hauptstadt des ölreichen südsudanesischen Grenzs-Bundesstaates Unity.

Ölfeld Heglig von beiden Staaten beansprucht

Beim Kampf um das umstrittene Ölfeld Heglig wurden nach sudanesischen Angaben in den vergangenen Tagen rund 400 Soldaten aus dem Süden getötet. Diese Zahl nannte Präsidentenberater Nafie Ali Nafie. Angaben zu Todesopfern unter den eigenen Soldaten machte er nicht. Nafie gilt als einer der engsten Vertrauten des sudanesischen Staatschefs Omar al-Baschir.

Heglig liegt an der nicht endgültig festgelegten Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan, mehrere Teile des Ölfelds werden von beiden Staaten beansprucht. In den vergangenen Tagen hatte es heftige Kämpfe um das Ölfeld gegeben, am Samstag zog sich die südsudanesische Armee nach eigenen Angaben komplett zurück. Zur Begründung hatte die Staatsführung erklärt, sie wolle die Gefahr eines Krieges bannen. Die Angaben beider Seiten zu den Truppenbewegungen und möglichen Opfern können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

In Khartum feiern Bewohner den Rückzug der Soldaten des Südens vom Ölfeld Heglig (Foto: rtr)

In Sudans Hauptstadt Khartum feiern Bewohner den Rückzug der Soldaten des Südens vom Ölfeld Heglig

Ausschreitungen in Sudans Hauptstadt Khartum

Nach der Teilung des Sudan im Juli 2011 liegen die größten Ölfelder nun im Süden. Dieser braucht allerdings die Pipelines im Norden für den Export des schwarzen Goldes.

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum war es am Wochenende zu Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit gekommen. Hunderte Muslime brannten am Samstagabend eine katholische Kirche nieder. Mehrere Zeitungen berichteten, die Muslime hätten zunächst Südsudanesen beleidigt und dann das Gebäude angezündet. Die Feuerwehr habe den Brand nicht löschen können. Eine Zeitung berichtete, auf dem Gelände hätten sich auch eine Schule und Schlafräume befunden. Während der Sudan muslimisch geprägt ist, leben im Süden vor allem Christen und Anhänger von Naturreligionen.

sti/hp (afp, dapd)

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