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Europa

Die Suche nach dem Täter

Die Polizei ist dem Mörder von Schwedens Außenministerin Anna Lindh auf der Spur. Es wurden Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Der Verdächtige scheint aus der Drogen-Szene zu kommen.

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Trauer um Anna Lindh

Drei Tage nach dem Messer-Attentat auf Schwedens Außenministerin Anna Lindh haben Boulevardzeitungen am Samstag (14.9.) in Stockholm Fotos des mutmaßlichen Mörders veröffentlicht. Bei den Bildern aus Überwachungskameras des Stockholmer NK-Kaufhauses wurde jeweils das Gesicht unkenntlich gemacht.

"Sehr unglücklich"

Fahndungssprecher Mats Nylen erklärte, die Veröffentlichung der Bilder sei aus Sicht der Polizei "sehr unglücklich", weil Zeugen beeinflusst werden könnten. Er bestätigte, dass die Fahnder eine Gruppe von fünf bis zehn Männern aus dem Kreis drogenabhängiger und gewalttätiger Kleinkrimineller in Stockholm als "interessant" eingestuft haben.

Lindh war am Mittwoch (10.9.2003) von einem Attentäter mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Ärzte hatten bis in den Donnerstagmorgen (11.9.2003) hinein vergeblich versucht, das Leben der 46-Jährigen zu retten. Lindh hatte durch mehrere Messerstiche schwere innere Blutungen erlitten.

Reichlich Spuren

Die Polizei verfügt nach eigenen Angaben sowohl über die Tatwaffe, wie über eine vom Mörder auf der Flucht weggeworfene Militärjacke. Man geht davon aus, dass es ein Einzeltäter gewesen sei, der vermutlich spontan gehandelt habe, denn es sei vorher nicht bekannt gewesen, dass die Ministerin in das Kaufhaus gehe.

In Medienkommentaren wurde der schwedische Geheimdienst Säpo heftig kritisiert, weil Lindh trotz der politisch angespannten Lage kurz vor der Euro-Volksabstimmung am Sonntag (14.9. 2003) keine Leibwächter bekommen habe. So berichten Zeitungen, Lindh sei bei ihren Auftritten für die Ja-zum-Euro-Kampagne mehrfach angepöbelt worden, ohne dass Säpo auf Bitten des Außenministeriums um Entsendung von Sicherheitskräften reagierte hätte. Die populäre Außenministerin hatte zuletzt intensiv für einen Beitritt des Landes zur europäischen Gemeinschaftswährung geworben.

Einzig richtige Antwort

Einen Tag vor dem Referendum über die Einführung des Euro in Schweden forderte Ministerpräsident Göran Persson die sieben Millionen Stimmberechtigten zu einer möglichst hohen Wahlbeteiligung auf. Dies sei die einzig richtige Antwort auf das Attentat gegen Lindh, sagte der sozialdemokratische Regierungschef im Rundfunk.

Am Vorabend hatten in ganz Schweden 100.000 Menschen an Gedenkkundgebungen für Lindh teilgenommen. Allein in Stockholm versammelten sich 50.000 Menschen in der Innenstadt nur knapp 100 Meter von dem Kaufhaus entfernt, in dem der Attentäter die 46-jährige Mutter zweier kleiner Kinder niedergestochen hatte. (sams)

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