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Kultur

Die Stellersche Seekuh

Die wichtigste Nahrungsquelle zu Zeiten der ersten Alaska-Expeditionen.

Die Stellersche Seekuh gehörte der Gattung der Sirena an, zu der auch Manatees und Dugongs zählen. Sie sieht zwar eher wie ein Wal oder Seelöwe aus, ihre nächsten Verwandten sind jedoch Elefanten und Klippschliefer. Wie Elefanten hatte die Seekuh so auch eine dick verhornte und zerfurchte Haut, der sie den Spitznamen "Borkentier" verdankte. Die in Herden lebenden Tiere hielten sich nach Stellers Aufzeichnungen gerne an den Mündungen von Flüssen und Bächen auf.

"Diese Tiere leben wie das Rindvieh herdenweise in der See: gemeinsam gehen Männlein und Weiblein nebeneinander,
die Jungen treiben sie vor sich hin am Ufer umher. Sie sind mit nichts anderem als ihrer Nahrung beschäftigt. Der Rücken und die Hälfte des Leibes ist beständig über dem Wasser zu sehen. Sie fressen wie die Landtiere unter langsamer Bewegung vor sich hin, mit den Füßen scharren sie das Seegras von den Steinen ab und kauen es unaufhörlich. Sie scheuen sich vor dem Menschen im geringsten nicht, scheinen auch nicht allzu leise zu hören."

Zwischen 1500 und 2000 der großen Meeressäuger lebten damals an der Küste Alaskas und Sibiriens. "Die Tiere befinden sich zu allen Zeiten des Jahres allenthalben um diese Insel in größter Menge, so dass alle Bewohner der Ostküste von Kamtschatka sich davon jährlich im Überfluss mit Speck und Fleisch versorgen könnten", so Steller. Doch der junge Wissenschaftler irrte sich. Denn russische Pelztierjäger fielen kurze Zeit später zuhauf auf der Beringinsel ein und erlegten das schmackhaften Meerestier. 1768 vermerkte der Forscher Martin Sauer in seinem Tagebuch den Tod der letzten lebenden Seekuh.

Zitat: © Die Große Nordische Expedition von 1733 bis 1743, Verlag C.H.Beck, München 1990

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