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Fußball

Die Stehaufmännchen von der Dreisam

Fast alljährlich kämpft der SC Freiburg gegen den Abstieg. Auch vor diesem Saisonfinale gehört der Club wieder zu den akut bedrohten Teams. Kein Grund zur Panik, findet auch Bundestrainer Joachim Löw.

Ausgangslage: Im Tunnel

Der SC Freiburg hat es selbst in der Hand. Im "Endspiel" um den Klassenerhalt bei Hannover 96 reicht der Mannschaft von Trainer Christian Streich bereits ein Punkt, um die Klasse zu halten. Dann stünden die Freiburger mindestens auf Rang 15, egal, wie die anderen Partien ausgehen. "Noch eine Woche im Tunnel", schwor Streich seine Mannschaft nach dem 2:1-Überraschungsieg am vergangenen Samstag gegen Meister Bayern München noch in der Kabine ein.

Bundestrainer Löw im Stadion in Freiburg. Foto: Getty Images

Bundestrainer Löw kommt oft ins Freiburger Stadion

Bundestrainer Joachim Löw, der in seiner aktiven Karriere lange für die Freiburger spielte und mit 83 Treffern immer noch Rekordtorschütze des Vereins ist, hält große Stücke auf Streich. "Bei ihm sieht man, dass er einen Plan durchzieht", sagte Löw der "Bild"-Zeitung. In den letzten drei Auswärtsspielen lagen die Freiburger im Soll: Alle endeten unentschieden, erst auf Schalke (0:0) sowie dann in Stuttgart (2:2) und in Hamburg (1:1), also bei zwei direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Sollten die Freiburger auch am Samstag in Hannover einen Punkt holen, wären sie durch.

Stimmung: Demütig bleiben!

Eine größere Motivationsspritze wie ein Sieg gegen die großen Bayern am vorletzten Spieltag der Saison kann es eigentlich kaum geben. "Das Bayern-Spiel gibt natürlich zusätzlich Schwung", findet auch Weltmeister-Trainer Löw. Zumal die Freiburger gegen das Starensemble aus München sogar in Rückstand gerieten. Doch die Breisgauer gaben nicht auf. Mit Kampfgeist gelang ihnen in diesem Spiel das Comeback. Trainer Streich bewies zudem eine glückliche Hand, als er in der Schlussphase Nils Petersen brachte, der sich zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit dem Siegtreffer bedankte. "Man muss demütig bleiben. Das ist auch die Freiburger Mentalität. Ich hoffe, das wird am Ende belohnt", sagte der Matchwinner. Petersen hat verinnerlicht, was Trainer Streich seiner Mannschaft Woche für Woche predigt: Nicht verrückt machen lassen, ehrlich arbeiten! Dann stellt sich auch der Erfolg ein. "Als wir am Boden lagen, sind wir wieder aufgestanden", sagte Streich, als er gefragt wurde, was der Sieg gegen die Bayern bedeute. "Jetzt dürfen wir nicht anfangen zu spinnen und zu fliegen. Denn wir müssen in Hannover eine gute Leistung und einen Punkt holen. Das bedeutet es, nicht mehr und nicht weniger. Nur dann können wir die Klasse halten."

Freiburgs Trainer Christian Streich in Aktion. Foto: Getty Images

Freiburgs Trainer Christian Streich gibt immer hundert Prozent

Prognose: Freiburg bleibt drin

"Sie schaffen das", ist Bundestrainer Löw überzeugt. "Gerade in den letzten Spielen ist Nervenstärke gefragt - und die haben die Freiburger." Nicht erst seit kurzem, möchte man hinzufügen. In drei der vier letzten Spielzeiten befreiten sich die Südwestdeutschen aus brenzligen Situationen. In den Saisons 2010/2011 und 2013/2014 stand Freiburg nach der Hinrunde jeweils auf dem Relegationsplatz 16, verbesserte sich dann aber am Ende auf Rang 10 beziehungsweise 14. Noch prekärer sah es nach der Hinserie der Spielzeit 2011/2012 aus: Der Verein war Schlusslicht und damit erster Abstiegskandidat. Doch dann übernahm Christian Streich und führte die Mannschaft noch auf Platz 12. Streich und seine Mannen wissen also, wie Abstiegskampf geht - und dass die Clubspitze hinter ihnen steht. "Wir lassen uns durch nichts beirren und gehen unseren Weg", sagt Vereinschef Fritz Keller. Und dieser Weg dürfte wohl nach dem kommenden Wochenende in eine weitere Bundesliga-Saison führen.

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