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Top-Thema – Podcast

Die Stadt der weißen Models

Wenn in Paris die Modeschauen stattfinden, haben die Models viel zu tun. Zumindest die weißen. Schwarze Models sind auf den Shows nicht zu sehen und haben es in Paris generell schwer, von der Arbeit als Model zu leben.

Weiße Models laufen in einer Reihe einen Laufsteg entlang

Schwarze Models sind auf dem Laufsteg selten - besonders in Frankreich

Tiguida ist bildschön. Ein Model eben. 1,79 Meter groß, 56 Kilo. Sie hat schöne braune Augen, schwarzes Haar und einen herzförmigen Mund. Tiguida ist schwarz, die Eltern kommen aus Mali und Niger. Doch auf den Pariser Modeschauen, wie der Prêt-à-porter, ist sie nicht dabei. Als Mannequin arbeitet sie kaum für Modeschauen. "In den Pariser Shows gibt es nicht zwei Schwarze, sondern nur eine, eine Schwarze oder ein Mischlingsmädchen. Keine zwei, nur eine einzige", sagt die 19-Jährige. "Paris ist Weltmodehauptstadt: für die Weißen."

"Es ist einfach nicht genügend Arbeit für mehr", sagt die Deutsche Sabine Killinger von Elite Paris. "Ein schwarzes Model spricht in Asien nicht an, es gibt auch ethnische Geschichten, dass Araber und Schwarze sich sozusagen nicht besonders grün sind." Es gehe im Modebereich um Identifizierung. Und die Kundschaft könne eben eher von blond, groß und mager träumen "als wenn da jemand Schwarzes ist", sagt Killinger.

Tiguida macht Werbung für Cremes, Make-up und Frisuren – für Schwarze. "In London und in Italien haben schwarze Models Arbeit. Das ist nur in Frankreich so. Das ist Rassismus," sagt Tiguida. Die französische Agentur "Mode Black" erklärt dies so: In England ist die Situation dank der Communities und der ethnischen Werbung besser, in Italien, weil die Modemacher dort mehr Schwarze buchen.

Für Tiguida heißt das Umziehen. "Ich habe beschlossen, ins Ausland zu gehen, weil es in Frankreich leider nicht genug Arbeit gibt für Schwarze." Es ist dabei nur ein kleiner Trost, dass es anderen in der Branche noch schlechter. "Ich habe eine arabische Freundin, sie hat nach drei Jahren beschlossen, wieder auf die Schule zu gehen, denn als Model findet sie keine Arbeit", sagt Tiguida. "Im Ausland würde es gehen, aber ihre Familie will sie nicht weg lassen. Deshalb hört sie auf – sie kann in Frankreich nicht arbeiten."


GLOSSAR

Modeschau, die – eine Veranstaltung, bei der Models die neuen Kleider von Designern tragen und präsentieren

es schwer haben – Probleme haben

Mannequin, das – eine Frau, die auf Modeschauen neue modische Kleidung trägt

Mischlingsmädchen, das – eine junge Frau, deren Eltern unterschiedliche Hautfarben haben

sich nicht grün sein – sich nicht mögen; zwei Menschen verstehen sich nicht

Identifizierung, die – hier: die eigene Wiedererkennung in jemanden

Kundschaft, die – eine Gruppe Menschen, die etwas kauft

Make-Up, das – englisch: die Schminke; z.B. Lippenstift

Agentur, die – hier: ein Büro, das Firmen hilft, ein passendes Model für ein Projekt zu finden

Community, die – englisch: die Gemeinschaft

jemanden buchen – jemandem für eine kurze Zeit Arbeit geben

Branche, die – der Arbeitsbereich


Fragen zum Text

In welchem Land finden schwarze Models sehr schwer Arbeit?

1. England

2. Italien

3. Frankreich

Wie heißt eine berühmte Modenschau in Paris?

1. Charles-de-Gaulles

2. Prêt-à-porter

3. Bordeaux

Wenn sich zwei Menschen nicht grün sind, dann…

1. sind sie noch unerfahren.

2. ernähren sie sich nur von Salat.

3. mögen sie sich nicht.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Chef von einer neuen Werbekampagne. Sie möchten, dass mehr schwarze und arabische Models dafür gebucht werden. Wie würden Sie die Kollegen in Ihrer Arbeitsgruppe überzeugen, dass Sie nicht nur weiße Models nehmen möchten. Schreiben Sie Ihre Ideen auf und stellen Sie diese anschließend Ihrem Kurs vor.

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