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Aktuell Welt

Die Spannung steigt vor dem Konklave

Letzte Versammlung vor dem Konklave: Noch einmal beraten die Kardinäle über den Zustand der katholischen Kirche. Heute dürfte das Profil des künftigen Papstes im Vordergrund stehen.

Die Versammlung ist die letzte nach einer langen Woche des Meinungsaustauschs im Vatikan. Seit dem vergangenen Montag hatten sich die Kardinäle über eine Reform der Kurie in Rom, die Finanzlage des Heiligen Stuhls und die Krisen der katholischen Weltkirche ausgetauscht. Dabei kam auch die sogenannte "Vatileaks"-Affäre um gestohlene Dokumente und Intrigen im Vatikan zur Sprache.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn bezeichnete die Aussprache als ehrlich und offen: Selten habe er "so viel Klarheit, Weite, Wohlwollen und Zuversicht erlebt wie in den letzten Tagen", sagte Schönborn der österreichischen Presseagentur Kathpress. Bei ihren Versammlungen hätten die Kardinäle "Zeichen der Hoffnung" ebenso zur Sprache gebracht "wie auch Fehler und Versagen".

Konklave: Zurückgezogen und abgeschottet

Am Dienstagnachmittag beginnen die 115 Kardinäle nach einer Messe zurückgezogen und abgeschottet in der Sixtinischen Kapelle die Wahl des nächsten Papstes. Benedikt XVI. war am 28. Februar als erster Papst der Neuzeit zurückgetreten. Die erste Wahlrunde wird für Dienstagabend erwartet.

Kardinal Angelo Scola (Foto: afp/getty)

Kardinal Scola

Favorit beim Konklave zur Wahl des neuen Papstes ist nach Einschätzung italienischer Medien der Mailänder Erzbischof Kardinal Angelo Scola. Beim ersten Wahlgang am Dienstag werde er voraussichtlich die Hälfte der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit von 77 Stimmen erlangen, meldet die Turiner Tageszeitung "La Stampa".

Wird es ein Amerikaner...

Große Chancen werden auch dem deutschstämmigen Erzbischof von São Paolo, Odilo Scherer, eingeräumt. Der brasilianische Kardinal könne auf Stimmen aus Lateinamerika sowie auf Zustimmung aus der verhältnismäßig großen europäischen Fraktion unter den Teilnehmern des Konklaves rechnen.

Der Erzbischof von Sao Paulo Dom Odilo Pedro Scherer (Foto: Reuters)

Kardinal Scherer

Neben Scola und Scherer nannte die italienische Presse einen Tag vor Beginn der Papstwahl auch den kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet als "papabile" - die umgangssprachliche Bezeichnung für Kardinäle, die Chancen haben, die Wahl zu gewinnen. Auch die US-Erzbischöfe von New York und Boston, Timothy Dolan und Sean O'Malley, liegen demnach gut im Rennen.

... oder siegt ein Überraschungskandidat?

Falls es in den ersten Wahlgängen nicht zu klaren Mehrheiten kommen sollte, könnten die Chancen für Überraschungskandidaten steigen, heißt es in den italienischen Medien. Auf alle Fälle steht ab Dienstagabend der Schornstein auf der sixtinischen Kapelle im Blickpunkt der Welt. Durch ihn steigt der schwarze oder weiße Rauch auf, der erfolglose Abstimmungen oder die Wahl eines neuen Papstes signalisiert.

Von Mittwoch an wollen die 115 Wahlmänner jeweils vormittags und nachmittags zwei Wahlgänge durchführen. Bleibt ein Wahlgang erfolglos, schließt sich sofort der zweite an. Erst danach werden die Stimmzettel - zusammen mit einer dunklen Rauch-Kartusche - verbrannt. Das dürfte jeweils gegen 12.00 Uhr und gegen 19.00 Uhr der Fall sein, erklärte Vatikansprecher Lombardi. War die Wahl erfolgreich, werden die Zettel sofort verbrannt - mit einer weißen Rauchpatrone.

mm/as (kna, epd, dpa ,afp)