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Wirtschaft

Die SMS stirbt aus - es lebe Joyn

Joyn soll die SMS des Smartphone-Zeitalters werden. Doch mit dem neuen Standard, der im Frühjahr auf der Handymesse in Barcelona vorgestellt wurde, lassen sich alle Anbieter in Deutschland Zeit.

Smartphone and Money (Foto: Fotolia)

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"Joyn - das ist Messaging der Zukunft: Chatten, Dateien austauschen und Live-Video in bester Qualität." So bewirbt die Telekom-Tochter T-Mobile den neuen Industriestandard, der künftig auf allen Mobiltelefonen die in die Jahre gekommene Textbotschaft SMS ablösen soll. Doch eilig haben es die Mobilfunker der Telekom nicht: Der neue Dienst soll erst im Oktober starten.

Und überhaupt: Der neue Standard lässt sich Zeit. Bevor Joyn, das Kunstwort aus joy=Freude und join=mitmachen, auf der Handymesse "Mobile World Congress"2012 in Barcelona vorgestellt wurde, hieß der Dienst Rich Communication Suite-enhanced (RCS-e) und sollte eigentlich im Frühjahr 2012 in Deutschland starten, davor war ein Marktstart bereits im Jahr 2011 anvisiert worden.

Vodafone kommt im August

Auch beim T-Mobile- Konkurrenten Vodafone verzögert sich der neue Dienst voraussichtlich bis August. Dann würden Mobilfunk-Kunden erstmals entsprechende Software-Updates für ihre Smartphones zur Verfügung gestellt bekommen, erklärte ein Sprecher des Netzbetreibers Vodafone am Freitag (20.07.2012) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Damit will Vodafone als erster Mobilfunkanbieter in Deutschland den Kommunikationsdienst für Smartphones anbieten.

Für die zweite Augustwoche sei vorgesehen, dass sich Kunden das für die Nutzung von Joyn nötigen Apps für Smartphones mit dem Betriebssystem Android auch beim Internetkonzern Google von dessen Online-Plattform Google Play herunterladen könnten, erklärte der Vodafone-Sprecher. Bei neuen Handys werde Joyn nach und nach auf immer mehr Geräten bereits vorinstalliert sein. Noch im Mai hatte Vodafone erklärt, Joyn werde bereits im Juni starten.

Die SMS der Zukunft

Joyn soll die SMS des Smartphone-Zeitalters werden. Die Mobilfunk-Branche will damit einen neuen Standard schaffen. Für Multimedia-Handys gibt es bereits seit längerem zahlreiche Mini-Programme unterschiedlicher Anbieter wie WhatsApp, Trillian, Pinger oder Yuilop, die den kostenlosen Versand von Kurznachrichten und Multimedia-Inhalten wie Fotos oder Videos auf andere Smartphones erlauben. Voraussetzung ist jedoch meist, dass auch der Empfänger die gleiche Software installiert hat. Joyn soll hier für Einheitlichkeit sorgen, da der Dienst unabhängig vom Betriebssystem arbeitet.

Wie Vodafone erklärte, hat das Unternehmen beschlossen, den Start von Joyn "aufgrund des Stellenwertes" kurz vor die für das Unternehmen wichtige Unterhaltungselektronik-Messe IFA in Berlin zu legen. Die Internationale Funkausstellung findet zwischen dem 31. August und dem 5. September statt.

E-Plus und O2 warten ab

Die Kosten für Joyn sollen bei Mobilfunk-Anbietern bereits über Handytarife abgedeckt sein, in denen eine Pauschale für die mobile Internet-Nutzung enthalten ist. Bei Vodafone soll Joyn zunächst ausschließlich für Mobiltelefone mit dem Google-Betriebssystem Android angeboten werden, erklärte der Sprecher. Für Multimedia-Handys mit anderen Betriebssystemen werde der Dienst später eingeführt. Bei der Deutschen Telekom werde es Joyn zum Start im Oktober für Smartphones mit Android sowie für iPhones von Apple und Telefone mit Windows-Betriebssystem von Microsoft geben, erklärte ein Konzernsprecher. Für Blackberrys und andere Systeme sei der Dienst in Planung.

E-Plus verfolgt nach eigenen Angaben "zurzeit keine aktive Planung für eine Einführung" von Joyn, erklärte ein Sprecher. "Vielmehr beobachten wir mit großem Interesse, ob und wie gut dieser Service bei den Mobilfunkkunden ankommen wird." Von Interesse sei für E-Plus dabei, ob Joyn sich gegen Angebote wie WhatsApp durchsetzen könne. Von O2 lag zunächst keine Stellungnahme zur Einführung von Joyn vor.