1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Die Schweiz Südamerikas

Uruguay ist - nach Chile und Argentinien - die dritte Station auf der Südamerika-Reise von Bundesaußenminister Guido Westerwelle. DW-WORLD.DE liefert die wichtigsten Daten und Fakten zu Uruguay.

Uruguay Flagge

Die südamerikanische "Republik Östlich des Uruguay", so der offizielle Name, ist mit rund 176.000 Quadratkilometern etwa halb so groß wie Deutschland. Das östlich des Uruguay-Flusses und nördlich des Río de la Plata gelegene Land zeichnet sich durch eine flachwellige Hügellandschaft aus. Über 85 Prozent der Landesfläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Uruguay ist ein zentralistisches Land, gegliedert in 19 Bezirksverwaltungen mit nur geringer Selbstverwaltung, die jeweils von einem direkt gewählten Intendenten geleitet werden.

Von den rund 3,2 Millionen Einwohnern lebt etwa jeder Dritte in der Hauptstadt Montevideo. Die Lebenserwartung der Uruguayer liegt bei durchschnittlich 76 Jahren. Rund 88 Prozent der Bevölkerung sind Weiße überwiegend europäischer, meist spanischer und italienischer Abstammung; circa acht Prozent sind Mestizen, rund vier Prozent Mulatos und Schwarze. Uruguay ist ein laizistischer Staat. Offiziellen Angaben zufolge sind 56 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch, 38 Prozent konfessionslos, sowie jeweils zwei Prozent Protestanten und Juden. In Uruguay leben etwa 10.000 Deutsche und weitere 40.000 Deutschstämmige.

Stabile Demokratie

Seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 gilt Uruguay als stabile, konsolidierte Demokratie. In vielen Demokratie-Rankings wird das Land seit einigen Jahren konstant als demokratischster Staat Südamerikas eingestuft.

José Mujica (Foto: AP)

José Mujica hat am 1. März das Amt des Staatspräsidenten übernommen

Uruguay ist eine präsidiale Demokratie mit direkt gewähltem Präsidenten. Das Parlament gliedert sich in zwei Kammern. Dem Senat gehören 30 Mitglieder an, dem Abgeordnetenhaus 99 Parlamentarier. Gewaltenteilung, Unabhängigkeit der Justiz und Rechtsstaatlichkeit sind gewährleistet; Bürger- und Freiheitsrechte werden auf einem Niveau garantiert, welches westeuropäischen Standards entspricht. Allerdings sind zahlreiche Menschenrechtsverletzungen aus der Zeit der Junta-Herrschaft von 1973 bis 1985 bis heute nicht aufgearbeitet worden.

Mit dem Ende der Diktatur kehrte das Militär zu seiner traditionell unpolitischen Rolle zurück. Die Gesamtstärke der Streitkräfte beträgt 25.400 Personen. Eine Wehrpflicht besteht nicht. Seit einigen Jahren wird das Militär verstärkt bei UN-Peacekeeping-Missionen eingesetzt.

Seit 2005 ist in Uruguay eine linke Regierung an der Macht. Mit dem Amtsantritt von Tabaré Vázquez als Staatspräsident am 1. März 2005 wurde die rund 170 Jahre lange Vorherrschaft der beiden traditionellen Parteien, Partido Colorado (Colorados) und Partido Nacional (Blancos), beendet. Bei den Wahlen im vergangenen Herbst wurde der unter den Militärs inhaftierte frühere Tupamaro-Rebell José Mujica zum Nachfolger von Tabaré Vázquez gewählt. Am 1. März ist der neue Präsident in sein Amt eingeführt worden.

Blühende Wirtschaft

Einst galt die parlamentarische Demokratie zwischen den großen Nachbarn Argentinien und Brasilien als wohlhabende "Schweiz Südamerikas". Bankensektor, Softwarebereich und Tourismus sind zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren geworden. Die meisten der jährlich etwa 2,5 Millionen Urlauber kommen aus den Nachbarländern und besuchen vor allem Badeorte wie das mondäne Punta del Este.

Eine Rinderherde in der Provinz Cordoba in Argentinien (Foto: dpa)

Rindfleisch macht ein Viertel der uruguayischen Exporte aus

Nur noch fünf Prozent der Uruguayer arbeiten in der Landwirtschaft, die sich überwiegend auf Viehzucht konzentriert. Rindfleisch macht fast ein Viertel der Exporte aus. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2009 bei 31,6 Milliarden US-Dollar, das Pro-Kopf-Einkommen bei 9449 Dollar. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 8 Prozent.

Technische Unterstützung aus Deutschland

Da Uruguay offiziell zu den fortgeschritteneren Entwicklungsländern zählt, beschränkt sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit seit einigen Jahren auf Unterstützung im Rahmen technischer Zusammenarbeit. Dazu zählen unter anderem die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Bildung. Außerdem leistet Deutschland Hilfe bei der Erkundung von Rohstoffreserven sowie in der Land- und Viehwirtschaft. Die Gesamtzusage für die finanzielle Zusammenarbeit Deutschlands mit Uruguay zwischen 1950 und 2000 betrug umgerechnet rund 20 Millionen Euro.

Autorin: Mirjam Gehrke
Redakion: Oliver Pieper