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Wirtschaft

Die schnellste Autofähre der Welt

500 Kilometer in nur fünf Stunden: Für die beiden Fähren des Sultans von Oman kein Problem. Betreiberin der rasenden Schiffe ist eine Flensburger Firma: die Förde Reederei Seetouristik.

Die Schnellfähre „Hormuz“ auf See Copyight: Hagen Tober fr. Videojournalist Deutsche Welle

Bildergalerie Hormuz die schnellste Autofähre der Welt

Der Hafen von Muscat liegt in einer kleinen Bucht. Die Hauptstadt des Sultanats Oman verströmt um jede Tageszeit den Flair aus 1001 Nacht. Wohl auch deshalb machen hier an den Kaimauern täglich die großen Kreuzfahrtschiffe Station. Ohne sie wäre der Hafen eher bedeutungslos, das große Business findet im Mittleren Osten in den Tiefseehäfen der Emirate statt.

Blick unter das Bug der Hormuz bei viertel Fahrt Foto: DW/Tober

Monster-Katamaran: Die Hormuz bei der Ausfahrt

Schnellfähren als innenpolitisches Verkehrsprojekt

Was die wenigsten aber wissen: In Muscat haben die schnellsten Autofähren der Welt, die "Hormuz" und ihr Schwesterschiff "Shinas" ihre Heimatbasis. Sultan Qaboos, seit 33 Jahren Herrscher von Oman, hat sich die Katamarane nicht als Spielzeug angeschafft, sie haben eine strategische innenpolitische Bedeutung. Mit den Fähren verbindet das omanische Herrscherhaus den Hauptstaat mit der Enklave Khasab an der 500 Kilometer entfernten nördlichen Spitze der arabischen Halbinsel. Reisende können sich per Seeweg die langen Wartezeiten an den Grenzübergängen der Vereinigten Arabischen Emirate ersparen.

Internationale Technik – multikulturelle Crew

Für die Strecke von rund 500 km Länge benötigen die Hochgeschwindigkeitsfähren gerade mal fünf Stunden. Mit rund 100 Kilometern pro Stunde fliegen die Katamarane über die Omanische See.

Die Geschwindigkeitsanzeige der Hormuz Foto: DW/Tober

Beeindruckender Wert: Mit 50 Knoten übers Meer

Die Aluminiumschiffe wurden 2008 in der australischen Werft Austal gebaut. Im Innern der Fähren hämmern vier 20-Zylinder-V-Motoren aus der deutschen Triebwerksschmiede MTU. Jeder der vier Turbodiesel leistet allein 8800 PS - Kraft, die der wiederum aus Schweden stammende Jetantrieb benötigt, um die Schiffe auf Hochgeschwindigkeit zu bringen.

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Blick auf das Helicopterdeck der Hormuz Foto: DW/Tober

Wer es noch eiliger hat, kann hier den Heli parken

Neben rund 200 Passagieren haben knapp 100 Fahrzeuge auf einer Fähre Platz. Die Autos werden an Bord extra mit Spanngurten festgezurrt - sicher ist sicher. Damit im Hafen und an Bord alles reibungslos abläuft, sowie das Catering einem hohen Standard entspricht, hat der Oman die Flensburger Reederei FRS (Förde Reederei Seetouristik) für den Betrieb der Fähren unter Vertrag genommen. Die FRS stellt auch die Crew, die aus aller Welt bunt zusammen gewürfelt ist. So kommt der Kapitän der "Hormuz" aus Estland, sein erster Offizier ist Russe, die Maschineningenieure sind Deutsche und das Bordpersonal rekrutiert sich aus Omanis.

Das Ticket kostet rund 40 Euro, für Oman-Urlauber, die gern einmal die Enklave Khasab an der berühmten Strasse von Hormuz besuchen wollen, lohnt sich der Trip mit einer der schnellsten Fähren der Welt allemal.

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