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Fußball

Die ruhige Frau Prinz

Sie ist das Aushängeschild des deutschen Frauen-Fußballs: Birgit Prinz. Die 33-Jährige Angreiferin gehört zu den besten Fußballerinnen weltweit. Die Frauen-WM im eigenen Land soll nun die Krönung ihrer Karriere werden.

Nationalspielerin Birgit Prinz in gewohnter Jubelpose. (AP Photo/Lehtikuva, Antti Aimo Koivisto)

Nationalspielerin Birgit Prinz in gewohnter Jubelpose

Besser hätte die Generalprobe für die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft für Birgit Prinz nicht laufen können. Ende März gewann die Angreiferin mit ihrer Mannschaft, dem 1.FFC Frankfurt, den DFB-Pokal gegen Turbine Potsdam. Es ist nicht die erste Trophäe, die Birgit Prinz mit nach Hause nehmen durfte; es war bereits der zehnte Pokalsieg für die in gebürtige Frankfurterin (Frankfurt am Main). Hinzu kommen zahlreiche internationale Titel. Birgit Prinz trat bislang über 200 Mal für die deutsche Nationalmannschaft gegen den Ball, damit ist sie Rekordhalterin in Deutschland.

Rekordtorschützin mit 128 Toren

FIFA-Wahl zum Weltfußballer des Jahres - Birgit Prinz (Foto: dpa)

FIFA-Wahl zum Weltfußballer des Jahres - Birgit Prinz

Ihr erstes Länderspiel bestritt die Stürmerin bereits mit 16 Jahren am 27. Juli 1994 in Kanada. In der 89. Minute erzielte Prinz ihr erstes Länderspieltor und sorgte so für einen 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später stand sie als jüngste Spielerin in einem WM-Finale, das die Deutschen aber verloren. Seit 2003 führt die Offensivkünstlerin die DFB-Elf als Kapitänin auf das Spielfeld. Mit 128 Toren (Stand: April 2011) für Deutschland ist sie zudem Rekordtorschützin. Bisher wurde die 33-Jährige unter anderem zweimal Welt- und fünfmal Europameisterin sowie mehrmals Fußballerin des Jahres hierzulande und weltweit.

"Ich hätte viel Geld verdienen können"

Trotz zahlreicher Titel, unzähliger Tore und bedeutender Trophäen: Birgit Prinz ist auf dem Boden geblieben. Sie hat nie die Öffentlichkeit gesucht, hat das Blitzlichtgewitter stets gemieden. "Es ist einfach nicht meine Welt. Es ist nicht das, wonach ich strebe“, sagt sie. In der Öffentlichkeit wirkt die 33-Jährige bescheiden und zurückhaltend; auf Fragen der Journalisten antwortet sie meist kurz und knapp. Birgit Prinz will nicht der Medienstar sein. "Ich hätte in 1000 und einer Fernsehshow auftreten und sicher auch viel Geld verdienen können, aber ich habe immer mehr gemerkt, dass ich es nicht will.“

Prinz will 2011 zum dritten Mal Weltmeisterin werden (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Prinz will 2011 zum dritten Mal Weltmeisterin werden

Auch das Angebot des italienischen Fußballklubs AC Perugia aus dem Jahre 2003 lehnte Prinz ab. Sie wäre die erste Frau in einer männlichen Profi-Mannschaft gewesen, befürchtete aber als `Marketing-Gag´ herhalten zu müssen. Die Offerte des spanischen Klubs Real Madrid, der eine Frauenmannschaft rund um Birgit Prinz aufbauen wollte, schlug sie ebenfalls aus. Erst 2002 wechselte die Torjägerin, nach weiteren Angeboten aus dem Ausland, für ein Jahr in die amerikanische Frauen-Liga zu Carolina Courage. Dort gewann Sie auf Anhieb den nationalen Founder´s Cup.

Die WM als Schlusspunkt

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals in diesem Jahr, zählt für Birgit Prinz jetzt nur die Verteidigung der WM-Krone, die sie sich vor vier Jahren zuletzt aufgesetzt hatte. Für Prinz wäre es der dritte Weltmeistertitel in Folge, das wäre erneuter Rekord. Die WM im eigenen Land könnte so zu einem weiteren Highlight ihrer beeindruckenden Karriere werden. "Ich freue mich auf die WM. Es wäre sicher ein Höhepunkt, aber nicht der Höhepunkt“, gibt sich Prinz zurückhaltend. Der Titel im eigenen Land könnte ihr letzter Erfolg mit der Nationalmannschaft werden. "Der Plan ist, nach der WM aufzuhören und wenn das Turnier gut läuft, dann ist es auch ein gelungener Abschluss.“

Ob nach der WM aber wirklich Schluss ist? Rekordnationalspielerin Prinz ist sich ihrer Rolle in der Nationalmannschaft durchaus bewusst. Die 33-Jährige ist die Führungspersönlichkeit im deutschen Team. Gut möglich, dass sie ihre Titelsammlung doch noch ein wenig vergrößern will und das eine oder andere Jahr weiter spielt.

Autor: Thomas Klein

Redaktion: Wolfgang van Kann

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