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GMF15

Die Rolle der Medien: Bildung und Information

Interview mit Mikhail Shvydkoj, Sonderbevollmächtigter des russischen Präsidenten in Fragen der kulturellen Zusammenarbeit.

DW: In einem so riesigen Land wie Russland ist sicher auch die Medienlandschaft sehr vielfältig. Wie beschreiben Sie die wesentliche Funktion der Medien?

MS: Aus meiner Sicht haben die Medien zwei Aufgaben zu erfüllen – weltweit Informationen über wichtige Ereignisse zu liefern und Bildungsinhaltezu vermitteln. Wenn wir uns ein mediales Ideal vorstellen, so müsste dieses berücksichtigen, was Thomas Mann als Aufgabe des Theaters beschreibt:den Einzelnen in der Masse sehen.

DW: Sowohl das Fernsehen als auch die sozialen Medien können eine wichtige Rolle spielen, um Bildung und Information zu vermitteln. Erfüllen die Medien in Russland diese Aufgabe oder gibt es hier Defizite?

MS: Die Mängel in der Verbreitung von Bildung und Information ist immer und überall fühlbar. Die Frage ist: Welches mediale Format ist am besten und welches ist weniger gut geeignet? Im Sinne von Informationsverbreitung ist in Russland das Internet führend, hinsichtlich der Bildungsvermittlung liegt das Fernsehen an erster Stelle.

DW: Wie beeinflusst die politische Landschaft in Russland den freien Fluss der Information durch die Medien?

MS: Jede politische Landschaft hat für gewöhnlich einen Einfluss auf die Qualität der Information. Vladimir Putin und Dmitry Medvedev haben oft gesagt, sie seien gegen die Zensur im Internet und unterstützten demokratische und freie Medien. Wir sollten auch nicht vergessen, dass die russische Verfassung Zensur verbietet. Das Hauptproblem, das wir haben, ist das der Selbstzensur. Dies ist ein Konfliktpunkt zwischen den unterschiedlichen Medienangeboten.

DW: In den vergangenen Monaten haben die Medien über die politische Situation in der Ukraine berichtet und den Fokus auf die causa Julia Timoschenko gelegt. Erklärt Ihrer Meinung nach das Fehlen politischer Freiheit den Mangel an Menschlichkeit im Umgang mit Oppositionellen?

MS: Bezug nehmend auf Fragen von Journalisten vom 3. Mai 2012 sagte Vladimir Putin, dass Julia Timoschenko nach Russland einreisen könne, um medizinische Hilfe zu erhalten. Gleichzeitig betonte er, dass kein einziger der von ihr unterzeichneten Verträge im Widerspruch zum Gesetz stehe. Bei vielen Gelegenheiten hat der russische Außenminister seine Betroffenheit im Zusammenhang mit der Verhaftung Julia Timoschenkos zum Ausdruck gebracht. Unmenschliche Behandlung von Gefangenen kann nicht weggeredet werden durch einen Mangel an politischer Freiheit in einem Land.