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Bahnverkehr

Die Rheintalbahn bleibt lange dicht

Täglich bis zu 370 Züge - das war einmal. Eine der wichtigsten Bahnstrecken Europas, die Rheintalbahn, bleibt bis zum 7. Oktober gesperrt. Bis dahin muss ein Notkonzept der Deutschen Bahn greifen.

Deutschland Rastatt Baustelle Rheintalbahn (picture-alliance/dpa/U. Deck)

Die Baustelle an der Rheintalbahn bei Rastatt

Eigentlich sollte der Schaden an der Bahnstrecke bei Rastatt im Südwesten Deutschlands schon nach wenigen Tagen behoben sein und die Rheintalbahn wieder provisorisch befahrbar sein. Jetzt gab die Bahn bekannt, dass erst ab dem 7. Oktober wieder Züge auf der Strecke rollen sollen. Am vorletzten Wochenende hatte an einer Tunnel-Baustelle bei Rastatt die Erde nachgegeben, die Gleise sackten weg. Und damit war eine Bahnstrecke blockiert, die die Häfen von Rotterdam und Duisburg mit Genua verbinden und damit Nord- und Westeuropa mit Italien.

Die Strecke am Rhein ist außerdem ein Nadelöhr für den europäischen Personenverkehr. Tag für Tag passieren normalerweise insgesamt bis zu 370 Züge mit Gütern und Reisenden die Stelle, an der sich plötzlich die Gleise nach unten verbogen hatten. Weil die Baustelle unter der Strecke genau überwacht wurde, konnte ein größeres Unglück verhindert werden. Aber jetzt geht nichts mehr, und die Züge müssen große Umwege nehmen.

Umwege über Frankreich

Für manchen Gütertransport führen diese Umwege auch mal in weitem Bogen über Frankreich. Mit den entsprechenden Mehrkosten. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen schätzt die Umsatzeinbußen für die Güterbahnen schon jetzt auf 12 Millionen Euro pro Woche. Beim Gütertransport steht die Bahn in hartem Wettbewerb mit den LKW auf den Straßen und auch mit Lastkähnen auf den großen Flüssen.  

Gut eine Woche nach Beginn der Blockade, beklagt die Branche, könne nur zehn Prozent des normalen Zugverkehrs über Umleitungsstrecken fahren. Auch die seien nämlich chronisch überlastet. Für einzelne Unternehmen der Branche könne die Lage rasch existenzbedrohend werden, warnte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen Martin Henke. Er forderte von der Politik „finanzielle Unterstützung" für die betroffenen Firmen.

Beton für den fertigen Tunnel

Die Deutsche Bahn erklärte, man arbeite Tag und Nacht an der Wiederherstellung der gesperrten Strecke zwischen  Baden-Baden und Rastatt. Dort sollte ein Abschnitt der insgesamt 182 Kilometer langen Rheintalbahn untertunnelt werden. Bei den Arbeiten daran brach ein Stück des fast fertigen Tunnels von Rastatt ein.

Jetzt wird der gerade gebohrte Tunnel wieder zugeschüttet, um die Bahnstrecke darüber zu stabilisieren. Beton wird in die 150 Meter lange Tunnelröhre gespritzt. Auch die 18 Millionen Euro teure sogenannte Tunnelvortriebmaschine wird einbetoniert. Dieser gigantische Bohrer für die Arbeit unter Tage ist 90 Meter lang. Alles in allem werden 10.000 Kubikmeter Beton unter die Unglückstelle verbracht werden, um der Absenkung der Bahnschienen Herr zu werden. Zehntausend Kubikmeter, das entspricht der Ladung von 1.300 Betonmischern. Die sind normalerweise auf der Straße unterwegs.

ar/uhe (afp, dpa – Archiv) 

 

 

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