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Global Ideas

Die Rechte indigener Völker

Jeder zwanzigste Erdenbewohner gehört einem indigenen Volk an.

Mann im Anzug hinter Rednerpult (Quelle: AP)

Boliviens Präsident Evo Morales, selbst indigener Abstammung, spricht vor den Vereinten Nationen

Nach Schätzungen der UN gehören weltweit mehr als 370 Millionen Menschen einem der rund 5.000 indigenen Völker in 75 Staaten an. Würden sie alle zusammen in einem Land leben, wäre es das drittgrößte der Erde. Indigene Völker bewohnten und besaßen ihr Land, lange bevor Columbus, Magellan oder Vasco da Gama die Welt "entdeckten". Nach der Kolonialisierung wurden ihre Kulturen häufig zerstört - neue staatliche Strukturen und Territorialgrenzen entstanden ohne ein Mitspracherecht der Ureinwohner. Große Völker wurden oft ausgelöscht. Viele sind bis heute Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt.

Das “Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über indigene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern” ist noch immer die einzige völkerrechtlich verbindliche Norm für die Rechte indigener Völker. In dem Dokument von 1989 wird ihnen das Recht auf ein eigenes Territorium, eine eigene Lebensweise, Kultur und Sprache zugesprochen. Außerdem wurden den jeweiligen Staaten Mindeststandards im Umgang mit diesen Völkern auferlegt. Allerdings haben bisher erst 22 Länder das Abkommen ratifiziert.

Fast ein ganzes Jahrhundert haben Indigenenvertreter um eine Stellungnahme der UN gekämpft. Bereits 1923 reiste Deskahah, Häuptling der Irokesen nach Genf, um dort beim Völkerbund für die Rechte seines Volkes zu kämpfen. 2007 wurde schließlich eine, wenn auch rechtlich nicht bindende UN-Deklaration verabschiedet, die die Rechte der Indigenen offiziell anerkennt . Tragisch für die Indianer Nordamerikas: Bis heute fehlt die Unterschrift des amerikanischen und des kanadischen Präsidenten.

Autorin: Wiebke Feuersenger
Redaktion: Ranty Islam