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Fußball

Die Rückkehr des verlorenen Fußballsohns Podolski

Lukas Podolski wechselt nach der Saison vom deutschen Meister Bayern München zu seinem alten Club 1. FC Köln zurück. Der Nationalspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2013. Voraussetzung: die Kölner bleiben erstklassig.

Lukas Podolski winkt beim Spiel der Bayern in Köln den FC-Fans zu. Quelle: ap

Bald wieder daheim in Köln

Lukas Podolski im EM-Spiel 2008 gegen Polen. Quelle: ap

Selbstvertrauen tankte Podolski nur im Nationalteam.

Nun hat die Kölner Fußball-Seele endlich ihre Ruhe. Gut zwei Jahre nach Trainer Christoph Daum ist auch der verlorene Sohn Lukas Podolski in die Domstadt zurückgekehrt. Nach monatelangem Vertragspoker machte der FC Bayern München endgültig den Weg für den teuersten Transfer der Kölner Vereinsgeschichte frei. Angeblich zahlt der Aufsteiger zehn Millionen Euro, exakt die Summe, die der FC 2006 beim Wechsel Podolskis nach München kassiert hatte. Der 60-malige Nationalspieler soll bei den Geißböcken zwischen 2,5 und drei Millionen Euro jährlich verdienen. "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte des FC", kommentierte Trainer Daum den von den Kölner Fans sehnsüchtig erhofften Transfer.

Neue Podolski-T-Shirts

Bremens Torwart Tim Wiese klärt gegen Kölns Stürmer Milivoje Novakovic. Quelle: ap

Novakovic bekommt im Kölner Sturm Gesellschaft

"Ich bin froh, dass die Spekulationen um meine Person ein Ende haben", sagte "Prinz Poldi", wie ihn die Kölner seit Jahren liebevoll nennen. "Ich bin vom Konzept des Clubs restlos überzeugt." Das hohe Vermarktungspotenzial des Rückkehrers machten sich die Kölner schnell zunutze. Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Wechsels boten sie auf der Internetseite des FC bereits Poldolski-T-Shirts mit der Aufschrift "In Kölle zo Hus!" (In Köln zu Hause!) feil. Selbst vermeintliche Podolski-Konkurrenten im Kampf um einen Stammplatz im Sturm wie Milivoje Novakovic gewannen dem Rekordtransfer nur positive Seiten ab: "Er wird der Mannschaft weiterhelfen. Ich hätte keine Probleme damit, ihm die Kapitänsbinde abzutreten."

Hoeneß erwartet Podolskis Dankbarkeit

Bayern Spieler Lukas Podolski auf der Reservebank. Quelle: dpa

Bei den Bayern häufig auf der Bank

Dabei birgt der Wechsel nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Podolski bringt mit seinem üppigen Salär das Gehaltsgefüge des Clubs durcheinander. Neid könnte die Folge sein. Außerdem stellt sich die Frage: Wird Podolski wieder wie zu seinen alten Kölner Zeiten glänzen? Zwischen 2003 und 2006 hatte "Poldi" in der 1. und 2. Liga in 81 Spielen für den FC 46 Tore geschossen. Bei den Bayern konnte er nicht an diese Leistungen anknüpfen. In 58 Bundesligaspielen brachte er es gerade einmal auf zwölf Tore. Häufig saß Podolski auf der Bank, ob unter Trainer Felix Magath, Ottmar Hitzfeld oder jetzt Jürgen Klinsmann. Luca Toni und Miroslav Klose wurden ihm vorgezogen. Die Entscheidung, nach Köln zu wechseln, dürfte es Podolski in der Rückrunde bei den Bayern nicht leichter machen, zumal ihm nun mit Neuzugang Landon Donovan ein weiterer Konkurrent im Sturm vor die Nase gesetzt wurde. Bayern-Manager Uli Hoeneß erwartet eine professionelle Reaktion Podolskis: "Ich halte Lukas für einen charakterlich einwandfreien Spieler. Deswegen glaube ich, dass er dem FC Bayern gegenüber eine gewisse Dankbarkeit zeigt, dass wir das für ihn gelöst haben. Ich erwarte, dass er bis zum Schluss alles gibt und sich wunderbar aus München verabschiedet."

"Gehört zum FC wieder Dom zu Köln"

Lukas Podolski 2006 im Trikot des 1. FC Köln. Er zeigt mit den Fingern eine Zwei. Quelle: dpa

Zum zweiten Mal in Köln

In Köln wird Podolski mit offenen Armen empfangen. Niemand verschwendet einen Gedanken daran, dass der Transfer noch platzen könnte, dann nämlich wenn der FC absteigen sollte. Dabei ist der Aufsteiger als Tabellen-Elfter noch längst nicht alle Sorgen um den Klassenerhalt los. Die Kölner aber träumen lieber von großen Fußball-Zeiten, mit dem Sympathieträger Lukas Podolski. Wie sehr die Kölner Fans ihren Poldi ins Herz geschlossen haben, zeigten sie im vergangenen September. Als Podolski zum 3:0 Endstand für die Bayern getroffen hatte, wurde er gefeiert, als hätte er ein Tor für den FC erzielt. Nach dem Abpfiff drehte der Stürmer eine Ehrenrunde im gegnerischen, bald nun wieder heimischen Kölner Stadion. "Ich bin stolz und froh, dass wir ihn wieder haben", äußerte sich jetzt auch Oberbürgermeister Fritz Schramma begeistert, "Poldi gehört zum FC wie der Dom zu Köln." Und die Kölner Kult-Band "De Höhner" hat unlängst für Podolski einen alten Karnevalsschlager umgetextet: "Köln, das war sein letztes Wort, da ließen ihn die Bayern fort." (sn)

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