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Fußball

Die Rückkehr des Meistertrainers

Vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League zwischen Dortmund und Liverpool wird mehr über die Rückkehr Jürgen Klopps geredet als über das Spiel. Dem Trainer der "Reds" ist das eher unangenehm.

"Ich freue mich auf die Rückkehr", sagt Jürgen Klopp vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstag zwischen Borussia Dortmund und dem FC Liverpool (Anpfiff um 21.05 Uhr MESZ, ab 20.45 im DW-Liveticker). "Aber ich hasse auch den Hype um meine Person, der bei so einem Spiel entsteht." Dabei muss der 48 Jahre alte Trainer wohl nicht einmal fürchten, von den BVB-Fans ausgepfiffen zu werden. Die Schwarz-Gelben wissen schließlich, was sie Klopp zu verdanken haben. Sieben Jahre lang, von 2008 bis 2015, trainierte er den BVB, führte ihn 2011 zur Meisterschaft, 2012 gar zum Double. Ein Jahr später standen Klopps Dortmunder im Champions-League-Finale, das sie gegen den FC Bayern mit 1:2 verloren. "Ich war superglücklich in Dortmund", räumt Klopp ein. "Das muss man ja auch nicht wegdiskutieren, ganz im Gegenteil." Er wolle jedoch nicht, "dass der Eindruck erweckt wird, die Vergangenheit sei schöner gewesen als die Gegenwart".

Kultstatus auch in Liverpool

Nach eigenen Worten fühlt sich Klopp in seiner neuen Rolle als Teammanager des englischen Traditionsklubs FC Liverpool pudelwohl -– auch wenn die sportlichen Erfolge noch zu wünschen übrig lassen. Die "Reds" stehen in der Premier League nur auf dem neunten Tabellenplatz. "Am Anfang wurde so getan, als könntest du durch Handauflegen Dinge verändern", erinnert sich Klopp an seine ersten Tage an der Anfield Road. "Wenn dann festgestellt wird, dass durch Handauflegen nichts geht, sagt man: aha." Dennoch genießt Klopp, wie zuvor in Dortmund, auch in Liverpool fast schon Kultstatus. "The normal one", wie er sich selbst beim Dienstantritt auf der Insel in Anspielung auf "the special one" Jose Mourinho bezeichnete, punktet bei den englischen Fans und Medien mit seiner lockeren und spontanen Art.

Emotionaler Abschied Klopps aus Dortmund Ende Mai 2015. Foto: Getty Images

Emotionaler Abschied Klopps aus Dortmund Ende Mai 2015

Außenseiter Liverpool?

Gegen Borussia Dortmund sei seine Mannschaft nur Außenseiter, stapelt Klopp tief: "Wir wissen alle, wie unfassbar schwer dieses Los ist, wie unfassbar stark Dortmund ist, dass sie der haushohe Favorit in diesem Wettbewerb sind." Ganz so krass sieht Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann, der 2005 mit dem FC Liverpool die Champions League gewann, die Ausgangslage nicht. "Der BVB ist Favorit, aber nicht haushoch", sagte Hamann. "Liverpool ist in zwei Spielen gefährlich und zu allem imstande." Der Hype um Klopp könnte eher dem BVB schaden, glaubt Hamann: "Von der ganzen Klopp-Liebe darfst Du Dich nicht einlullen lassen, sonst gehst du da rein wie in ein Freundschaftsspiel."

Freude auf Wiedersehen mit dem Ex-Coach

Die Spieler des BVB freuen sich auf Klopp. "Jeder hat Lust darauf, unseren alten Trainer wiederzusehen", sagte Sven Bender. Teamkollege Gonzalo Castro stellte jedoch klar: "Das Spiel heißt Liverpool gegen Dortmund, nicht Klopp gegen Dortmund." BVB-Trainer Thomas Tuchel kann voraussichtlich seine Bestbesetzung auf den Platz schicken. Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan, der wegen einer Fußprellung vier Wochen ausgefallen war, trainierte ebenso wieder mit wie Innenverteidiger Sokratis und Kapitän Mats Hummels, die beim 3:2 im Bundesliga-Spiel des Tabellen-Zweiten am Samstag gegen Werder Bremen gefehlt hatten.

Thomas Tuchel und Jürgen Klopp. Foto: dpa-pa

Gegenseitiger Respekt: Thomas Tuchel (l.) und Jürgen Klopp.

Tuchel: Klopp verdient ein herzliches Willkommen

Eine spezielle Vorbereitung der Mannschaft auf Klopps Rückkehr hält Tuchel nicht für nötig. "Ich werde das Spiel inhaltlich angehen", sagte Tuchel. "Wir erwarten gegen Liverpool eine sehr schwere Aufgabe." Es werde sicher ein sehr herzliches Willkommen für Klopp geben, so Tuchel: "Das hat er sich auch verdient." Dass Klopp ankündigte, er werde im Falle eines Tores für Liverpool auch jubeln, kann seinen Nachfolger beim BVB nicht überraschen: "Ich kenne ihn als jemanden, der den Wettkampf liebt. Er wird alles daran setzen zu gewinnen, aber das werden wir auch."

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