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Presse

Die Prinzessin ohne Märchenträume

Die populäre iranische Schauspielerin Pegah Ahangarani wird im Juni zum Deutsche Welle Global Media Forum nach Bonn kommen. DW-Redakteur Farhad Payar über eine Prinzessin – auf der Suche nach einem Prinzen für ihr Land.

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Hat die Berliner Filmfestspiele 2009 für die Deutsche Welle in einem Blog begleitet: Pegah Ahangarani

Zurzeit steht sie für den Film „Der blaue Weg der Seide“ vor der Kamera. „Ich spiele eine iranische Prinzessin.“ Regie führt Mohammad Bozorgnia. Kann eine junge, weltoffene Schauspielerin im Iran ihre Ideen durchsetzen? Inwieweit man als Darstellerin eigene Ideen einbringen könne, das hänge vom Regisseur ab, sagt Ahangarani. „Ich versuche, in Filmen zu spielen, deren Regisseure meine Ideen beachten und mir einigermaßen freie Hand bei der Gestaltung der Rolle geben.“

Die jüngste Berlinale hat sie als Filmkritikerin in einem DW-Blog begleitet. Die deutsche Hauptstadt – „meiner Meinung nach die Kulturhauptstadt der Welt“ – und ihr Filmfestival – „das größte und geordnetste Festival, das ich kenne“ – haben sie offenbar tief beeindruckt. Davon abgesehen, seien ihr in Berlin vor allem die zahlreichen Galerien und Ausstellungen aufgefallen.

Die Filmprinzessin ist durchaus politisch: Ahangarani unterstützt Mohammed Chatami, der bei den Wahlen am kommenden 12. Juni als Präsidentschaftskandidat antreten wollte, Mitte März aber zugunsten des Mitbewerbers und früheren Premiers Musawi darauf verzichtete. Was bedeutet für sie dieser Rückzug? Die Schauspielerin sinniert, was ein Chatami mit seiner reformorientierten Agenda als Präsident alles hätte bewirken können. „Wir Iraner müssen wohl noch einen langen Weg gehen, um Chatami wirklich zu verdienen. Bis dahin haben wir noch viele Erfahrungen zu machen.“ Auf diesem Weg sei die Erfahrung mit Ahmadinedschad als Präsident wohl „eine gute Erfahrung", meint sie.

Zum Deutsche Welle Global Media Forum – also noch vor den Präsidentschaftswahlen in ihrer Heimat – wird Sie erneut in Deutschland erwartet. Auf der Konferenz geht es um Möglichkeiten der Konfliktprävention im Multimedia-Zeitalter: Können beispielsweise Blogs die Meinungsfreiheit in Iran voranbringen? „In unserem Land sind viele Zeitungen verboten worden und es werden weiterhin welche verboten. Viele Bücher nehmen die Hürden der Zensur nicht, Denker dürfen ihre Meinung nicht frei äußern. In einem solchen Land sind Weblogs und andere Formen der Kommunikation über das Internet gute Möglichkeiten, die Zensur zu umgehen. Dadurch erhalten wir direkt und unzensiert Werke und Meinungen jener, die wir mögen.“

Pegah Ahangarani – als Schauspielerin auf dem „Blauen Weg der Seide“ unterwegs – sucht im grauen politischen Alltag ihres Landes nicht nach dem Märchenprinzen. Und eine Traumrolle, die Sie gern einmal spielen würde, habe sie auch nicht. „Aber es gibt Regisseure, mit denen ich gern arbeiten würde“, sagt sie – ohne Namen nennen zu wollen.

Redaktion: Berthold Stevens