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Wirtschaft

Die Post steigt bei der Deutschen Bank ein

Die Deutsche Post wird mit 8 Prozent vorübergehend größter Aktionär bei der Deutschen Bank. Das Institut zahlt der Post eigene Aktien für einen Teil der Postbank-Übernahme. Indirekt ist damit auch der Bund beteiligt.

Firmenlogo der Postbank und der Deutschen Bank (ap)

Bald vereint: Deutsche Bank und Postbank

Wegen der weltweiten Finanzkrise war Eile geboten. Deutsche Bank und Deutsche Post einigten sich am Mittwoch (14.01.2009) darauf, die im September vereinbarte Verkauf der Post-Tochter Postbank schneller abzuwickeln als ursprünglich geplant. Zunächst zahlt die Deutsche Bank einen Teil des Kaufpreises in Höhe von 4,9 Milliarden Euro in eigenen Aktien an die Post. Dadurch wird diese mit acht Prozent an dem Frankfurter Finanzinstitut beteiligt und zum Großaktionär.


Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Poschef Appel geben sich die Hand (ap)

Die im September besiegelte übernahme soll nun beschleunigt werden.

Nach den neuen Konditionen verkauft die Deutsche Post zunächst 22,9 Prozent der Bonner Postbank und erhält dafür rund acht Prozent der Deutschen Bank. Darüber hinaus stehen der Deutschen Bank weitere 27,4 Prozent über eine Pflichtumtauschanleihe zu. Für zusätzliche 12,1 Prozent bestehe weiterhin eine Kaufoption für die Deutsche Bank. Der Barwert des Geschäfts entspreche 4,9 Milliarden Euro, hieß es. Beide Seiten gehen davon aus, dass die Transaktion spätestens am 27. Februar 2009 abgeschlossen sein wird.

Ressourcen sollen freigesetzt werden

Für die Deutsche Post bedeutet die neue Vereinbarung eine schnellere Trennung von ihrer Tochter Postbank, nämlich drei Jahre früher als zunächst vorgesehen. Die Deutsche Bank hingegen will damit ihr Eigenkapital schonen. Zudem ermögliche die neue Struktur, mehr Ressourcen freizusetzen, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, so Post-Finanzchef John Allan.

Von Teilverstaatlichung kann keine Rede sein

Da der Bund über die staatliche Förderbank KfW mit 30 Prozent an der Post beteiligt ist, steigt auch der Staat bei der Deutschen Bank ein. Überlegungen, damit würde das Frankfurter Geldhaus zum Teil verstaatlicht, wies Allan entschieden zurück, man beabsichtige sowieso, sich in absehbarer Zeit wieder von den Deutsche-Bank-Anteilen zu trennen.

Die Regierung erklärte, sich bei dem Deal heraushalten zu wollen. Die Vorstellung, das Management der Unternehmen müsse beim Finanzminister oder der Kanzlerin um Erlaubnis bitten, sei schlichtweg abwegig, beteuert Regierungssprecher Torsten Albig.

Gewaltige Verluste

Wegen der im Herbst vergangenen Jahres zu Tage getretenen Finanzkrise hatte die Deutsche Bank gewaltige Verluste hinnehmen müssen. Sie erwartet allein für das vierte Quartal 2008 einen Verlust nach Steuern von 4,8 Milliarden Euro. Zudem waren alle Finanztitel in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen, so dass der Frankfurter DAX-Konzern für seine Postbank-Beteiligung deutlich mehr hätte zahlen müssen, als das Institut derzeit am Markt wert ist. (uh)

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