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Wirtschaft

Die positiven Signale mehren sich

Immer mehr Indikatoren deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal die Talsohle endgültig durchschritten hat und im dritten Quartal sogar ein leichtes Wachstum möglich ist.

Zahraeder am Stand des Waelzlagerherstellers NKE aus Oesterreich (Foto: AP)

Auch das Verarbeitende Gewerbe meldet wieder positive Zahlen

Die Serie guter Nachrichten aus der Industrie setzt sich fort: Nach Aufträgen und Exporten stieg im Juni auch der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe. Er legte um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag (10.08.2009) mitteilte. Bereits im Mai hatte es ein saisonbereinigtes Plus von 4,4 Prozent gegeben - das war der stärkste Zuwachs seit der Wiedervereinigung. "Wir sehen eine Stabilisierung, aber auf niedrigem Niveau", hieß es beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind positiv, nachdem die Industrie im Juni das stärkste Auftragswachstum seit zwei Jahren verzeichnete - vor allem wegen der steigenden Auslandsnachfrage. Dadurch nahmen die Bestellungen den vierten Monat in Folge zu. Trotzdem leidet die Schlüsselbranche mit ihren zahlreichen Weltmarktführern noch immer unter der globalen Rezession: Von Januar bis Juni lag der Umsatz um 20,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. "Das zeigt, dass die Lage angespannt bleibt", schrieb der BDI. Der Tiefpunkt sei zwar erreicht, ein Aufschwung aber noch nicht in Sicht.

Unternehmen halten Belegschaften

Autoproduktion bei DaimlerChrysler in Bremen (Foto: AP)

Die Automobilindustrie versucht, ihre Belegschaft zu halten

Besonders stark leiden die Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer unter der Nachfrageflaute. Ihr Umsatz brach in den ersten sechs Monaten um 31,2 Prozent ein. Die Maschinenbauer verloren mit minus 26,4 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Die Pharmaindustrie schlug sich vergleichsweise gut: Sie büßte 8,2 Prozent Umsatz ein. Trotz dieser teilweise massiven Einbrüche haben sich die meisten Industriezweige bemüht, ihr Personal zu halten. So ist es zum Beispiel in der deutschen Automobilindustrie - vor allem wegen der Kurzarbeit - zu einem vergleichsweise geringen Stellenabbau gekommen. Während der Umsatz in den ersten vier Monaten des Jahres um über 40 Prozent zurückgegangen sei, sei die Zahl der Beschäftigten in den Stammbelegschaften in den letzten zwölf Monaten moderat um 17.800 auf 729.800 Mitarbeiter gesunken. Das sei ein Rückgang um 2,4 Prozent, erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA. "Ziel der Unternehmen ist es nach wie vor, die Stammbelegschaften so weit wie irgend möglich zu halten."

Frühindikatoren zeigen nach oben

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt (Foto: dpa)

Auch der Commerzbank- Frühindikator zeigt nach oben

Vier Mal in Folge ist die deutsche Wirtschaft in einem Quartal geschrumpft - in der Periode von April bis Juni könnte der Abwärtstrend jedoch endgültig gestoppt sein. Das prognostiziert der "Handelsblatt"-Barclays-Indikator, den die Wirtschaftszeitung am Montag veröffentlichte. Demnach ist für das zweite Quartal von Stagnation auszugehen, für das dritte Vierteljahr sogar von einem Wachstum von 0,3 Prozent. Das Statistische Bundesamt gibt die genauen Zahlen für das zweite Quartal am kommenden Donnerstag bekannt. Auch die Commerzbank sieht Zeichen für eine konjunkturelle Erholung. Der Commerzbank-Frühindikator, der so genannte "Early Bird", legte weiter auf 1,38 Punkte zu, wie die Bank am Montag mitteilte. Der erneute Anstieg im Juli zeige "immer bessere konjunkturelle Rahmenbedingungen in Deutschland" an. Dies lasse aber nicht notwendigerweise auf einen starken Aufschwung schließen. "Es zeigt aber, dass die belastenden Faktoren schon äußerst gravierend sein müssen, um eine spürbare Erholung der Wirtschaft zu verhindern", heißt es bei der Commerzbank. (we/ml/dpa/ap/rtr)

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