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Sport

Die Organisatoren in Wien ziehen eine positive EM-Bilanz

Ein friedliches Fußballfest und spannende Spiele: So lautet das Fazit der EM-Organisatoren in Wien. Kritik gab es nur an der eigenen Bevölkerung, die nicht immer präsent war.

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Finalschuhe der deutschen und spanischen Mannschaft in Wien

Mit dem Finale zwischen Deutschland gegen Spanien ist in Wien die Europameisterschaft zu Ende gegangen. Zeit für die Organisatoren, Bilanz zu ziehen. Heinz Palme, Koordinator der österreichischen Bundesregierung, schwelgt in Superlativen: "Das ist sicherlich die beste EM in der Geschichte. Das hört man zwar immer von Veranstaltern, aber diese EM hat wieder einen weiteren Schritt nach oben gesetzt. Es war ein tolles Fest, das sich an die WM 2006 in Deutschland angeschlossen hat."

Heinz Palme, EM-Koordinator der österreichischen Bundesregierung

Heinz Palme, EM-Koordinator der österreichischen Bundesregierung

Palme führt nachvollziehbare Gründe für die positive Bilanz nach drei Wochen EM an. So hätten die Bereiche Sicherheit und Verkehrsorganisation funktioniert. Nur das Wetter war eben sehr wechselhaft. "Es gab schöne und weniger gute Momente. Aber in der Summe sind die Erwartungen bei Weitem übertroffen worden", so Palme.

Von einem Sommermärchen konnte wettermäßig tatsächlich nicht immer die Rede sein. Anja Richter vom Wiener EM-Organisationskomitee verweist auf ein Unwetter am 25. Juni, das eine schnelle Reaktionen erforderlich machte: "Die Räumung der Fanzone war eine sehr heikle Geschichte. Aber auch die ist problemlos über die Bühne gegangen."

"Exzellent funktioniert"

Wie fast alle organisatorischen Herausforderungen gemeistert werden konnten, obwohl es bei diesem Turnier in zwei Ländern recht viele Beteiligte gab. "Da waren die Veranstalter, die UEFA, die öffentlichen Stellen der beiden Länder, die beiden Länder überhaupt, die Host Cities und viele weitere Beteiligte", sagt Palme. "Das hat aber alles in sehr offener Art und Weise exzellent funktioniert."

Vor der EM hatte es sowohl in Österreich als auch in der Schweiz Angst vor Hooligans gegeben, doch Günther Marek, Sicherheitskoordinator des Innenministeriums in Wien, zieht auch hier eine positive Bilanz: "Bei den vielen Fans, die wir in Österreich hatten, waren die Zwischenfälle und die Anzeigen wirklich gering."

Günther Marek, Sicherheitskoordinator des Innenministeriums in Wien

Günther Marek, Sicherheitskoordinator des Innenministeriums in Wien

Neben kleineren Vorkommnissen, die zumeist auf erhöhten Alkoholkonsum zurückgeführt wurden, blieb es ruhig. Lediglich zum Turnierauftakt in Klagenfurt hatten deutsche Problemfans mit rechtsradikalen Parolen provoziert, "aber das hatten wir schnell im Griff", sagt Marek.

"Sehr anständige Fans"

Deutsche Polizisten in Klagenfurt

Deutsche Polizisten haben Fußball-Fans in Klagenfurt eingekesselt

Trotz dieses Vorfalls lobt Marek gerade das Verhalten der deutschen Fans: "Sie haben sich sehr anständig und sehr freundlich auch mit unseren österreichischen Fans verstanden. Man sagt immer, die Rivalität sei so groß - das habe ich hier nicht feststellen können.“ Anja Richter vom Wiener EM-OK sieht als Ursache für ausgebliebene Krawalle ein verändertes Fanverhalten bei großen internationalen Turnieren insgesamt: "Da ist seit der WM 2006 eine Fankultur, die ein ganz neues Bild zeigt: bunt maskierte, fast wie im Karneval aussehende Fans, die das Miteinander in den Vordergrund stellen und zum Motto machen."

Deutsche und spanische Fans spielen gemeinsam Fußball in Wien

Deutsche und spanische Fans spielen gemeinsam Fußball in Wien

Anja Richter führt hier ein Beispiel an, das ihr als emotionalster Moment der EM in Erinnerung bleiben wird. "Als die Türken gemeinsam mit Wienern feierten und die sich um den Hals fielen und als die Türken Österreich-Sprechchöre starteten.“ Dennoch gab es Kritikpunkte, etwa die strikte Vermarktung seitens der UEFA, die in den Fanzonen ausschließlich von ihr lizensierte Produkte zuließ. Die gastgebende Bevölkerung vermied weitestgehend die Fanzonen, für Stimmung waren die ausländischen Gäste verantwortlich. Heinz Palme führt als Ursache zwei Gründe an: "Zum einen die relativ geringe Größe unserer Austragungsstädte. Zum anderen haben wir keine Nationalmannschaften in beiden Länder, die das sportliche Ziel Viertelfinale erreicht haben. Das drückt dann natürlich schon insgesamt auf die Euphorie."

Die Fanzone vor dem Rathaus in Wien

Die Fanzone vor dem Rathaus in Wien

Dennoch: Günther Marek zieht einen positiven Schlussstrich unter die EM 2008: "Diese EURO war wirklich ein schönes Fest. Diese bunten Bilder mit den Deutschen, Spaniern, den Schweden, Portugiesen, Italienern, die dann ein wenig traurig waren. Ich kann eigentlich über alles nur Gutes berichten."

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