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Ostmitteleuropa

"Die Opfer werden keine Verluste hinnehmen müssen"

- Stiftung für Polnisch-Deutsche Aussöhnung nimmt Stellung zu den Vorwürfen der Obersten Kontrollkammer

Warschau, 9.4.2003, RZECZPOSPOLITA, poln.

"Die Nazi-Opfer, denen Entschädigungszahlungen der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung zustehen, werden infolge des schlechten Wirtschaftens der Stiftung in den Jahren 1998 bis 2000 keine Verluste hinnehmen müssen, von denen die Oberste Kontrollkammer spricht und über die Zeitung Rzeczpospolita (in ihrer Ausgabe vom 7.4.2003; siehe MD-Dokumentation Nr. 69 vom 9.4.2003) schrieb", teilte die Stiftung am vergangenen Dienstag (8.3.) mit.

Am vergangenen Montag haben wir über die Ergebnisse der im Jahre 2001 abgeschlossenen Kontrolle bei der Stiftung berichtet, die von der Obersten Kontrollkammer durchgeführt wurde. Daraus geht hervor, das sich ehemalige Vorstandsmitglieder in den Jahren 1998-2000 rechtwidrig Quartalsprämien von insgesamt 362 000 Zloty (ca. 90 500 Euro) auszahlen ließen. Zwei von ihnen - Andrzej Tlomacki und Jan Parys - sind bis heute bei der Stiftung tätig.

Nach der Veröffentlichung unseres Artikels forderte der derzeitige Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Jerzy Sulek, von fünf Mitgliedern des damaligen Vorstandes die Rückzahlung der Prämien. Er drohte, diese Angelegenheit vor Gericht zu bringen, falls sie das Geld nicht zurückgeben.

Gestern erklärte die Stiftung, dass die Zahlungen an polnische ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches reibungslos verlaufen. Im Zeitraum Juli 2001 bis April 2003 habe die Stiftung an die Bank PKO BP über 2,4 Milliarden Zloty für Entschädigungsberechtigte überwiesen. Im April dieses Jahres solle die Auszahlung einer weiteren, der dreizehnten Tranche beginnen. Die Auszahlung der ersten Rate soll im Sommer dieses Jahres beendet werden. Im September plant die Stiftung den Beginn der Auszahlung der zweiten Rate.

Die Leitung der Stiftung betonte des weiteren, dass sich die Vorwürfe der Obersten Kontrollkammer auf den ehemaligen Vorstand beziehen und mit den gegenwärtigen Aktivitäten der Stiftung, die jetzt vom Professor Jerzy Sulek geleitet wird, nichts zu tun haben. "Alle Vorschläge und Empfehlungen der Obersten Kontrollkammer sind vom neuen Vorstandvorsitzenden akzeptiert worden und werden umgesetzt", wird in der Erklärung betont, die auch von den Opferverbänden gut geheißen worden ist. (Sta)

  • Datum 10.04.2003
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