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Politik

Die Obamas sind auf den Hund gekommen

Barack Obama hat alle Hände voll zu tun, sich auf die Amtsübernahme am 20. Januar vorzubereiten. Was die Nation vor allem interessiert, ist ein Versprechen, das der designierte US-Präsident seinen Töchtern gegeben hat.

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"Ihr habt den kleinen Hund verdient, der mit uns ins Weiße Haus einzieht", erklärte Barack Obama in seiner Siegesrede in Chicago. Und ahnte wohl nicht, was er damit anrichtete. Denn seitdem wird der Frage nach dem zukünftigen "First Dog" nahezu ebenso viel Platz eingeräumt wie den Spekulationen um die Besetzung der verschiedenen Kabinettsposten.

Fernschreiber Christina Bergmann

Schon in seiner ersten Pressekonferenz wurde Obama nach dem Stand der Hundesuche für die zehnjährige Malia und sie siebenjährige Sasha befragt. Todernst antwortete er: "Dies ist ein wichtiges Thema. Wir haben zwei Kriterien, die es zu beachten gilt. Das eine: Malia ist allergisch, der Hund muss also hypoallergen sein." Ein hypoallergener Hund für das Weiße Haus? Zeitungen, Radiostationen und Blogs stürzten sich darauf. "Das Thema hat so viel Interesse auf unserer Webseite hervorgerufen wie sonst nichts anderes", ergänzte der zukünftige Präsident.

Ein hypoallergener Mischling

Auch die Allergologen meldeten sich zu Wort. Die staunende Öffentlichkeit erfuhr: Zehn Prozent aller Amerikaner sind allergisch gegen Hunde. Und: Es sind nicht die Haare, die das Problem bereiten, sondern die Hautschuppen. Die Amerikanische Akademie für Allergie, Asthma und Immunologie veröffentlichte dementsprechend eine Erklärung: "Es gibt keinen völlig 'hypoallergenen' Hund." Ein Allergologe namens Dr. Clifford Bassett erklärte, es gebe zwar Menschen, die behaupten, sie würden nur auf bestimmte Hunde allergisch reagieren, medizinisch sei das aber nicht nachgewiesen.

Also ist es egal, für welchen Hund sich die zwei Mädchen entscheiden? Nun, den amerikanischen Hundeliebhabern ganz sicher nicht. Sie publizieren ihre Tipps im Internet, schicken sie an Familie Obama und veranstalten Umfragen. Ganz vorne mit dabei: Der Golden Retriever. Ein Vertreter dieser Rasse hütete schon unter Gerald Ford das Weiße Haus.

Unsere kleine Farm

Denn Haustiere haben in der Pennsylvania Avenue Tradition –und werden entsprechend gewürdigt. Auf den Webseiten des derzeitigen Präsidenten haben dessen Scotch Terrier Barney und Miss Beazley, die Hundedame der First Lady, eigene Seiten mit Fotoarchiven und Biografien. Socks, die Katze der Clintons, wurde schon mal von Paparazzis verfolgt und Macaroni, das Pony von JFK’s Tochter Caroline Kennedy, durfte auf dem Rasen vor dem Weißen Haus grasen. William Taft, der 27. Präsident, hielt sich sogar eine Kuh auf nämlichem Grün, um immer frische Milch zu haben, und Präsident Benjamin Harrison holte eine Ziege als Spielgefährten für seine Enkelkinder ins Weiße Haus.

Das zweite Kriterium, von dem Barack Obama auf seiner Presskonferenz sprach, betraf übrigens die Herkunft des zukünftigen Familienmitglieds. Die Familie hätte gerne einen Hund aus dem Heim, auch, wenn es dort vor allem Mischlinge gäbe. "Sie wie ich einer bin", lächelte der zukünftige 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

In seinem ersten großen Fernseh-Interview nach der Wahl, das Barack Obama gemeinsam mit seiner Frau Michelle gab, und das am vergangenen Sonntag ausgestrahlt wurde, blieb die Frage nach der Lage an der "Hundefront" ebenfalls nicht aus. Gemach, sprach die zukünftige First Lady, die Kinder müssten sich noch bis zum Frühjahr gedulden: "Denn weil wir verantwortungsbewusste Hundebesitzer sein wollen, wäre es nicht gut, einen Hund mitten in der Übergangszeit zu holen." Sie bekam prompt Beifall von den Hundeexperten: Weder Weihnachten noch ein Umzug sei der richtige Zeitpunkt, sich einen Hund anzuschaffen, warnten diese.

Dass der Hund kommt, steht aber wohl fest. Denn schließlich steht der zukünftige Präsident im Wort – die Welt ist Zeuge.