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Politik

"Die Niederlage wird deprimierend wirken"

Die Erschütterungen des weltpolitischen Machtgefüges durch den Streit zwischen den USA und der UN beschäftigt auch die arabische Presse am Mittwoch (12.3.2003).

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Die halb-amtliche ägyptische Zeitung "Al-Ahram" sieht auf die USA und Großbritannien im Weltsicherheitsrat eine politische Niederlage zukommen: "Diese Niederlage wird auf die angreifenden Truppen deprimierend wirken und dem Krieg die völkerrechtliche Legitimität entziehen. Das steigert den Widerstand des irakischen Volkes. Doch der Krieg kann
noch vermieden werden, und allen Beteiligten könnte eine Niederlage erspart bleiben. Dazu müssten aber alle anerkennen, dass allein die Vereinten Nationen das internationale Recht verkörpern und dem Sicherheitsrat die Entscheidung über das weitere Vorgehen in Sachen
Irak überlassen bleiben muss."

Welche Rolle spielt Blair?

Die eher unabhängige Zeitung "Al-Bayan" aus den Vereinigten Arabischen Emiraten beschäftigt sich mit dem wachsenden Protest in Großbritannien gegen Premier Tony Blair: "Kann Blair einigen seiner Minister, der britischen Öffentlichkeit, der britischen Kirche und seiner eigenen Partei die Stirn bieten, wenn der Weltsicherheitsrat 'Nein' zum Krieg sagt? Der Widerstand der britischen Bevölkerung ist schon jetzt - im Vorfeld des drohenden Krieges - groß. Was aber wird passieren, wenn der Krieg tatsächlich ausbricht? In Großbritannien erwartet man inzwischen das Ende Blairs vor oder während des Krieges."

Die linksgerichtete libanesische Zeitung "As-Safeer" sieht in der Politik Tony Blairs hingegen eine Verschwörung gegen die USA. Blair unterstütze die Amerikaner nur, um sie bewusst in eine Niederlage hineinzumanövrieren: "Die Briten kennen die Region aus eigener Erfahrung. Die schlauen Briten wissen besser als die USA, dass Bagdad nicht Kabul und der Irak nicht Afghanistan ist. London weiß, dass in dieser Region der
Volkswille und nicht die moderne Technologie im Krieg entscheiden wird. London treibt die Amerikaner bewusst in eine Lage, in der sie verlieren müssen. In der arabischen Stadt Bagdad beginnt das Ende des amerikanischen Cäsar mit Hilfe des englischen Brutus. Da wird Blair kämpfen - bis zum letzten amerikanischen Soldaten".

Hoffen auf das alte Europa

Die jordanische konservative Zeitung "Ad-Dustur" lobt die Haltung Deutschlands und Frankreichs - die US-Verteidigungsminister Rumsfeld als "altes Europa" bezeichnet hat: "Allein das 'alte Europa' stellt in dieser Zeit den moralischen Gegenpol für die zerstörerischen rassistischen amerikanischen Bestrebungen dar. Die moralischen Politiker der Welt erwarten von diesem 'alten Europa', dass es in der UNO einen politischen Sieg erringt und so eine Legitimierung des Krieges verhindert."

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  • Datum 13.03.2003
  • Autorin/Autor Nabil Chbib
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3NuJ
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