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Aktuell Welt

Die Nerven liegen blank

Die ersten Ebola-Erkrankungen und Verdachtsfälle in Europa und den USA lösen Ängste aus. Der globale Kampf gegen die Seuche muss aber in Westafrika geführt werden, wo fast 3900 Menschen an Ebola gestorben sind.

In Mazedonien ist am Donnerstag ein Brite mit Verdacht auf Ebola gestorben. Das nährt die Sorge vor einer Ausbreitung der in Westafrika grassierenden Seuche auch in Europa. Das Hotel in der mazedonischen Hauptstadt Skopje, in dem sich der Mann aufgehalten hat, wurde abgeriegelt (Artikelbild). Und auch in Tschechien gibt es einen Verdachtsfall. In Prag wurde ein Tscheche, der sich unlängst in Liberia aufgehalten hatte, mit Ebola-Symptomen im Krankenhaus isoliert.

Auch in Frankreich reagieren die Behörden hektisch. Wegen Ebola-Verdachts wurde bei Paris ein Behördengebäude zeitweise abgeriegelt, nachdem vier Menschen, die Anfang Oktober aus Guinea nach Frankreich gereist waren, über Fieber und Kopfschmerzen geklagt hatten. Die Behörden in Cergy Pontoise bei Paris hoben die Absperrung aber wieder auf, nachdem der Verdacht sich nicht bestätigt hatte. In dem Gebäude hatten sich 60 Menschen aufgehalten.

Ebola-Patienten in kritischem Zustand

In Deutschland wird zum dritten Mal ein Ebola-Patient aus Westafrika behandelt. Nach Angaben der behandelnden Ärzte in Leipzig, ist der Zustand des UN-Mitarbeiters, der sich in Liberia infiziert hat, hochgradig kritisch.

Die Krankenschwester, die sich in Madrid bei der Pflege von zwei Ebola-Patienten in einer Klinik infiziert hat, kämpft um ihr Leben. Sie gilt als der erste Mensch, der sich außerhalb Westafrikas mit der meist tödlich verlaufenden Krankheit angesteckt hat. Wie die Regionalregierung von Madrid mitteilte, verschlechterte sich der Gesundheitszustand der 44-jährigen Frau zuletzt dramatisch. Mit der gefährlichen Seuche infizierte sie sich ersten Erkenntnissen zufolge, weil sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem womöglich infizierten Arbeitshandschuh berührte.

Die Europäische Union erwägt als Reaktion auf die Seuche in allen Mitgliedsländern verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika. Entsprechende Maßnahmen sollen bei der Ratssitzung der EU-Gesundheitsminister in der kommenden Woche beraten werden. Dennoch sind sich Gesundheitsexperten sicher, dass keine Gefahr besteht, dass sich die Krankheit in Europa massenhaft ausbreitet.

Appell an die internationale Gemeinschaft

Die Staatschefs der drei am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea haben bei einem Krisentreffen in Washington einen eindringlichen Hilferuf an die Weltgemeinschaft gerichtet. "Diese Krankheit ist eine internationale Bedrohung und verdient eine internationale Antwort", forderte Guineas Präsident Alpha Condé. Sierra Leones Staatschef Ernest Bai Koroma beklagte, dass das Engagement der internationalen Gemeinschaft derzeit noch hinter der Infektionsrate zurückbleibe.

Putzkräfte streiken aus Angst vor Ebola

Am New Yorker Flughafen LaGuardia haben sich rund 200 Reinigungskräfte aus Furcht vor Ebola geweigert, die Flugzeugkabinen zu putzen. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz, wenn sie Erbrochenes wegräumen oder die Bordtoiletten säubern müssten, erklärten Beschäftigte in einer von der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU verbreiteten Stellungnahme.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika wegen eines Rechenfehlers nach unten korrigiert. Bis zum 5. Oktober seien 3865 Todesfälle verzeichnet worden, teilte die UN-Organisation mit. Zuvor hatte sie von 14 mehr berichtet. Allerdings geht die WHO weiter von einer hohen Dunkelziffer an nicht gemeldeten Todesfällen aus.

qu/kle (dpa, afp,rtre)