1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Die Nacht der Kompromisse

Einigung nach langen Verhandlungen: Die Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation WTO haben auf der Ministerkonferenz in Doha den Start einer neuen Handelsrunde beschlossen.

default

Ein Delegierter auf dem Weg zu den Abschlussberatungen

Mit dem Beschluss wird eine neue Liberalisierungsrunde ermöglicht. Bis zuletzt umstritten war in Doha besonders das Thema Landwirtschaft. Erst nach zähen Verhandlungen konnten Widerstände, vor allem der französischen Delegation, überwunden werden. Die Franzosen wollten vor den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen auf keinen Fall einem Stopp der EU-Exportsubventionen für Agrarerzeugnisse zustimmen. Dies hatten neben Entwicklungsländern wie Indien auch die USA gefordert.

Neue Handelsrunde beginnt 2002

Die neue Welthandelsrunde soll im Januar kommenden Jahres am Sitz der WTO in Genf beginnen und bis Ende 2004 abgeschlossen werden. Durch den Kompromiss von Doha ist die Tagesordnung für die Gespräche bereits vorgegeben.

Stolperstein Agrarsubventionen

In der kommenden Welthandelsrunde wird zwar das Ende der Agrarexportsubventionen sowie eine wesentliche Verringerung der inländischen Hilfen für die Landwirtschaft angestrebt. Ein vollständiges Aus dieser Beihilfen wird in den Verhandlungen aber ausdrücklich nicht angestrebt. Frankreich kann also hoffen, dass nicht sofort alle Gelder aus EU-Quellen für die Landwirtschaft versiegen.

Wäre an diesem Problem die Aufnahme einer neuen Handelsrunde gescheitert, hätte die Delegation der Europäischen Union, mit Handelskommissar Pascal Lamy an der Spitze, schlecht ausgesehen. Ihr wäre nämlich die Verantwortung für das Scheitern der gesamten Konferenz angehängt worden. Denn für die Lösung einzelner Fragen wird keine Welthandelrunde gestartet. Stattdessen haben solche Verhandlungen vielmehr dann die besten Erfolgsaussichten, wenn viele verschiedene Themen auf dem Tisch liegen und dadurch ein gegenseitiges Nehmen und Geben möglich wird.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links