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Veranstaltungen

„Die Medien und der Nahostkonflikt“

Wie berichten Medien über den Nahostkonflikt? Zu einer Debatte mit Experten hatte die DW am 30. August in die Landesvertretung NRW in Brüssel eingeladen. 350 Gäste verfolgten die Diskussion.

Michael Lüders, Felicia Langer, Christian F. Trippe

Michael Lüders, Felicia Langer, Christian F. Trippe

Es gebe unter Journalisten sicher keinen Dissens über den Grundsatz der Unabhängigkeit in der Berichterstattung. Es gebe jedoch Themen, und dazu zähle der Nahostkonflikt, die Journalisten offenbar nur schwer mit der gebotenen Distanz bearbeiten könnten, so DW-Intendant Erik Bettermann einführend in seiner Keynote. Christian F. Trippe, Leiter DW-Studio Brüssel, moderierte die lebhafte Diskussion.

Christian F. Trippe, (links) und Daniel Dagan

Christian F. Trippe (links) und Daniel Dagan

Die israelische Rechtsanwältin und Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises Felicia Langer, eine der fünf Panel-Gäste, äußerte gleich zu Beginn ihre Enttäuschung über die in ihren Augen zu wenig stattfindende Israel-kritische Berichterstattung. „Deutschland muss sich überall dort einsetzen, wo Menschenrechte verletzt werden“, so Langer. Ihr Landsmann Daniel Dagan, Freier Journalist für israelische Zeitungen, der sich als „israelischer Patriot“ vorstellte, sagte demgegenüber, „Israel wird ständig kritisiert“. Er warf den Medien zudem „falsche Berichterstattung“ vor.

Menschlichkeit und das Völkerrecht als Maßstab
Der Publizist und Nahost-Experte Michael Lüders machte Unterschiede zwischen der deutschen Berichterstattung über den Nahost-Konflikt und der anderer europäischer Länder aus: „Die historische Verantwortung Deutschlands kann nicht bedeuten, sich nicht kritisch über den Staat Israel äußern zu dürfen.“ Der Maßstab jeder Berichterstattung zum israelisch-palästinensischen Konflikt sollten „Menschlichkeit und das Völkerrecht sein“, so Lüders weiter. Der Journalist Werner Sonne bezeichnete die deutsche Berichterstattung zum Nahost-Konflikt als „angemessen kritisch“. Er bemängelte jedoch, dass „Deutschland seit 1989 mehr nach innen schaut“ und Berichterstattung über das Ausland seit der Wiedervereinigung generell zurückgegangen sei.

Christian F. Trippe, Daniel Dagan, Werner Sonne und Michael Konken (v.l.)

Christian F. Trippe, Daniel Dagan, Werner Sonne und Michael Konken (v.l.)

Rolle von Blogs bei der Meinungsbildung
Michael Konken wies als Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) auf die Bedeutung von Blogs und sozialen Netzwerken hin, die eine ausgewogene Berichterstattung stärkten. DW-Redakteurin Lina Hoffmann griff dies mit Blick auf die aktuelle Berichterstattung über den Konflikt in Syrien auf. Sie sagte, Blogs und andere Formen von user-generated content könnten bei der Meinungsbildung helfen. Um Konflikte wie den in Syrien zu verstehen und einen differenzierten Blick zu entwickeln, müsse man „die Geschichte eines Landes“ kennen, so die gebürtige Syrerin. Die DW unterstütze diesen Prozess der Meinungsbildung durch ihre ausgeprägte Hintergrund-Berichterstattung, so Hoffmann.

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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com