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Afrika

Die Macht des Machthabers schwindet

In Libyen wenden sich immer mehr Diplomaten, Regierungsmitglieder und Soldaten von Staatschef Gaddafi ab. Dieser soll sich in einem Stützpunkt in Tripolis verschanzt haben. Ausländer verlassen Libyen in Scharen.

Muammar al-Gaddafi (Foto: dpa)

Muammar al-Gaddafi

Der Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi ist nur noch eine Frage von Tagen - da ist sich der bisherige Botschafter Libyens bei der Arabischen Liga in Kairo sicher. Er rechne dennoch mit weiterem Blutvergießen, "denn dieser Mann ist zu allem fähig", sagte der abtrünnige Diplomat Abdulmoneim al-Honi.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders al-Arabija sollen regimetreue Truppen die Stadt Sawija südwestlich der Hauptstadt Tripolis am Donnerstag (24.02.2011) angegriffen haben. Das staatliche Fernsehen rief die Gegner Gaddafis auf, ihre Waffen niederzulegen.

"Skandalös"

Barack Obama (Foto: AP)

Barack Obama

Die jüngsten Drohungen Gaddafis gegen das eigene Volk alarmieren jedenfalls die Staatengemeinschaft, die versucht, den Druck auf Gefolgsleute des seit Jahrzehnten herrschenden "Revolutionsführers" zu erhöhen. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Gewalt gegen Demonstranten als "skandalös". Die Vereinigten Staaten würden mit ihren internationalen Partnern zusammenarbeiten, damit das Gaddafi-Regime zur Rechenschaft gezogen werde, sagte Obama in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zu den Ereignissen in Libyen. "Es ist zwingend erforderlich, dass die Welt mit einer Stimme spricht."

Alle, "die das brutale Blutvergießen an Unschuldigen (anordnen), müssen bestraft werden", verlangte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Seine Experten beurteilten die Attacken auf Zivilisten als schwerste Verstöße gegen die Menschenrechte, betonte Ban in New York. Einer Tochter des libyschen Staatschefs entzogen die Vereinten Nationen inzwischen den Titel einer UN-Ehrenbotschafterin. Angesichts der "jüngsten Entwicklungen" in Libyen habe man die Zusammenarbeit mit Aischa al-Gaddafi beendet, teilte ein UN-Sprecher mit. Zu den Aufgaben der Juristin zählte das Eintreten gegen die Verbreitung von Aids und gegen die Unterdrückung von Frauen.

Libysche Demonstranten (Foto: AP)

Demonstrierende Gaddafi-Gegner in Libyen

In Sicherheit

In Deutschland trafen am Mittwochabend weitere Flugzeuge mit aus Libyen in Sicherheit gebrachten Bundes- und anderen EU-Bürgern ein. Die Heimkehrer berichteten von chaotischen Zuständen am Flughafen Tripolis. Tausende Menschen, darunter auch viele Libyer, wollten ausreisen und belagerten das Flughafengebäude, sagte ein Passagier nach der Landung in Köln. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, die deutsche Botschaft in Tripolis werde deutsche Staatsangehörige, die Libyen verlassen wollten, weiterhin unterstützen. Nach Schätzungen der Bundesregierung halten sich noch etwa 160 deutsche Staatsbürger in Libyen auf.

Autor: Christian Walz (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Frank Wörner

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