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Kultur

Die Macht der Schönheit

"Es kommt auf die inneren Werte an" ist eine beliebte Redewendung. Deutsche geben jedoch immer mehr Geld für ihr Aussehen aus. Nicht ohne Grund: Attraktive Menschen scheinen es im Leben leichter zu haben.

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3,9 Milliarden Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Cremes und Lippenstifte aus, weiß Martin Ruppmann, Geschäftsführer vom Verband der Vertriebsfirmen kosmetischer Erzeugnisse. Auch die Zahl der Schönheitsoperationen ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. "Schönheitsoperationen sind kein Tabu mehr. Leute reden heute darüber, wenn sie etwas haben machen lassen" so Dr. Matthias Gensior, Medienreferent der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie zu DW-WORLD.

Schön gleich intelligent?

Liegt Schönheit denn nicht im Auge des Betrachters? Sie ist zumindest keineswegs so relativ, wie oft behauptet wird. Denn es gibt bestimmte Kriterien, die ein Gesicht schön machen. Regensburger Psychologie-Studenten fanden heraus, das bei Frauengesichtern kindliche Merkmale wie große Augen und eine kleine Nase als besonders ansprechend empfunden werden. Eine gebräunte Haut, hohe Wangenknochen und volle Lippen wirken ebenfalls attraktiv. Bei Männern kommt noch ein markantes Kinn hinzu.

Die Regensburger Untersuchung zeigt auch, welche weitreichenden sozialen Folgen Attraktivität nach sich ziehen kann. "Attraktivität hat einen enormen Einfluss auf die soziale Wahrnehmung", erklärt Diplom-Psychologe Claus Marberger, der die Studie mitverfasst hat, im Gespräch mit DW-WORLD. So werden schöne Menschen als erfolgreicher, zufriedener, intelligenter und fleißiger eingeschätzt als weniger attraktive. "Unattraktive Leute haben es auf den ersten Blick schwerer, das muss man nüchtern sehen", so Marberger.

Für die Karriere unters Messer

Diese Ergebnisse werden von vorangegangenen Studien bestätigt. Psychologen der Universität Texas fanden heraus, dass schönen Menschen im Alltag freundlicher begegnet wird. So werden hübsche Kinder in der Schule als intelligenter und weniger agressiv eingeschätzt und deswegen mehr gefördert.

Schönheit zahlt sich sogar im Einkommen aus: Attraktive Personen haben, laut Untersuchung, im Schnitt mehr Einkommen als weniger gut aussehende. Mögliche Erklärung: Wer immer besonders gefördert wird, hat die besten Chancen, Karriere zu machen. Dr. Gensior berichtet, dass sich Menschen auch aus Karrieregründen unters Messer legen: "Männer aus dem Management lassen sich die Tränensäcke entfernen, um jung, frisch und dynamisch zu erscheinen."

Schönheitsoperation

Ein kleiner Trost für alle weniger attraktiven Menschen: "Wenn ein Mensch im Laufe des Gesprächs unsympathisch wirkt, nützt schönes Äußeres wenig", beschwichtigt Claus Marberger. Zudem könne man durch Make-up und ansprechende Kleidung die Attraktivität wesentlich beeinflussen. "Es ist wertvoll, wenn man über die Mechanismen der sozialen Wahrnehmung Bescheid weiß, dann kann man auch mit seinem Aussehen besonders umgehen", so Marberger.

Idealisierte Gesichter in den Medien

In der Regensburger Untersuchung wurde auch die Attraktivität von "gemorphten", das heißt am Computer berechneten Gesichtern untersucht. Mit überraschendem Ergebnis: Gemorphte Gesichter wurden im Mittel attraktiver eingeschätzt als Originalgesichter. Diese Gesichter zeichnen sich durch Merkmale aus, die für normale Menschen unerreichbar sind. Deshalb ist es ein besonderes Anliegen der Forscher, auf die Manipulation von Gesichtern in den Medien hinzuweisen. "Wir wollen davor warnen, sich mit idealisierten Gesichtern aus der Werbung zu vergleichen, dann ist auch die Selbsteinschätzung positiver", bekräftigt Marberger.

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