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Politik

Die Macht der organisierten Interessen

Wer in den USA Präsident werden will, braucht die Unterstützung mächtiger Interessengruppen. Doch wer sind diese Gruppen, wer unterstützt welchen Kandidaten und warum? Eine Bestandsaufnahme.

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Politiker zeigen mitunter gern ihre Liebe zu Waffen

"Die Vereinigten Staaten gelten als das Land der Interessengruppen schlechthin." Diese Aussage des Göttinger Politikwissenschaftlers Peter Lösche trifft erst recht auf die Zeit des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs zu. Dann schlägt die Stunde der organisierten Interessenvertreter, die alles daran setzen, "ihren" Kandidaten zu unterstützen, das Bewusstsein für spezielle Anliegen zu schärfen und die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren. So heißt es etwa auf der Homepage der Lobbyorganisation America Coming Together (ACT): "Wir werden Millionen von Wählern mobilisieren, die auf jeder Ebene nein zur Agenda der Republikaner sagen werden."

Schattenwahlkämpfer

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Senator John Kerry in New York US-Wahlen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Senator John Kerry in New York US-Wahlen

ACT, der Media Fund und MoveOn.org sind Teil eines Netzwerks von Interessengruppen, die mit ausgedehnten Medien- und Wählermobilisierungskampagnen einen "Schattenwahlkampf" für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry führen. Finanziert werden ihre Aktivitäten durch Spenden reicher Einzelpersonen und Verbände. Allein der Media Fund und ACT haben nach eigenen Angaben bisher 70 Millionen Dollar gesammelt. Clyde Wilcox, Politikprofessor an der Georgetown University in Washington, DC und einer der renommiertesten Lobbyismus-Experten in den USA, erklärt: "Wenn diese speziellen Interessengruppen nicht wären, dann hätte Bush einen solchen finanziellen Vorteil, dass er kaum zu schlagen wäre."

Zu den größten Spendern gehört der amerikanische Gewerkschaftsbund AFL-CIO. Die traditionell den Demokraten verbundenen Gewerkschaften spielen jedoch nicht nur als Geldgeber eine entscheidende Rolle im US-Wahlkampf. Die offizielle Unterstützung der AFL-CIO für John Kerry ist von hohem symbolischem Wert. Noch wichtiger allerdings ist die Mobilisierung der immerhin 13 Millionen Gewerkschaftsmitglieder. Im Jahr 2000 waren Gewerkschafter die eifrigsten Werber für Al Gore und etwa zwei Drittel wählten ihn auch – womit sie allerdings nicht verhindern konnten, dass es George Bush war, der ins Weiße Haus einzog.

Loyale Unterstützer

Die Republikaner setzen derweil auf die Unterstützung ihnen nahe stehender Interessengruppen. So zum Beispiel auf die National Rifle Association, den Verband der amerikanischen Waffenlobby. Die NRA gehörte in den vergangenen Jahren zu den größten Wahlkampfspendern überhaupt. Sie unterstützt traditionell die republikanischen Bewerber, die anders als ihre demokratischen Kontrahenten Waffenkontrollgesetze in der Regel ablehnen. Von noch größerer Bedeutung ...

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