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Filme

Die Mörder sind unter uns

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die deutsche Filmindustrie nur langsam wieder in Gang, schließlich lag alles in Trümmern. Der erste Nachkriegsfilm nutzte diese Trümmer als Kulisse und ist heute ein deutscher Klassiker.

Szenenbild aus dem Film Die Mörder sind unter uns (Foto: DEFA)

Berlin 1946, eine komplett zerstörte Stadt, eine Trümmerwüste. Die Menschen irren ziellos durch eine gespenstische Szenerie. Die Stadt soll und muss wieder aufgebaut werden, aber wo soll man anfangen? Mitten in dieser gewaltigen Wunde, die der Krieg gerissen hat, treffen zwei ganz unterschiedliche Menschen aufeinander: die junge, aus einem Konzentrationslager entlassene Fotografin Susanne und der desillusionierte, zum Alkoholiker gewordene Arzt Mertens.

Miteinander – weit entfernt

Szenenbild aus dem Film Die Mörder sind unter uns (Foto: DEFA)

Die Trümmer waren echt - 1946 gab es in Berlin genug davon

Ganz langsam nur lernen sich Susanne und Mertens kennen, finden auf einer sehr zerbrechlichen Ebene zueinander. Als der Arzt eines Tages ausgerechnet in einem aufstrebenden Fabrikbesitzer einen ehemaligen Hauptmann wieder erkennt, der im Krieg an der Ostfront für die Erschießung von Zivilisten verantwortlich war, denkt er an Selbstjustiz. Kann Susanne ihn davon abhalten um den Fall einem ordentlichen Gericht zu überlassen?

Regisseur Wolfgang Staudte drehte "Die Mörder sind unter uns" 1946 für die DEFA im zerbombten Berlin. Hildegard Knef und Ernst Wilhelm Borchert spielen in diesem, in groben schwarzweiß Bildern inszenierten, allerersten deutschen Nachkriegsfilm ein Paar, das versucht, in den Trümmern des Krieges so etwas wie Zuneigung und Liebe zu finden. Beide Darsteller wirken zerbrechlich, ausgemergelt, so zerstört wie die Stadt selbst.

Schuld und Sühne

Szenenbild aus dem Film Die Mörder sind unter uns (Foto: DEFA)

Düster, beklemmend, politisch - ist Selbstjustiz gerechtfertigt?

"Die Mörder sind unter uns" dreht sich auf politischer Ebene um die Themen Schuld und Sühne. Ist es in Ordnung, die noch frei lebenden Mörder, die Nazis also, einfach durch Selbstjustiz für ihre Taten zu bestrafen? Der Film entscheidet sich für ein klares Nein. Regisseur Staudte konnte damals freilich noch nicht wissen, dass sich der "Muff von tausend Jahren", die Weigerung, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, noch sehr lange in Deutschland halten würde, nicht nur an den Gerichten.

Autor: Robert H. Bales

Redaktion: Marlis Schaum

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