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Wirtschaft

Die Märkte der Zukunft liegen nicht vor der Haustür

Welche Exportchancen hat die deutsche Wirtschaft? Dazu hat die Bundesagentur für Außenwirtschaft ihre 47 Korrespondenten befragt.

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Außenhandel mit Chancen: Container Terminal im Hafen von Bremerhaven, dem größten Container-Komplex Europas.

Zuerst die gute Nachricht für die deutschen Exporteure: Sie können trotz rezessiver Tendenzen und einer labilen Weltkonjunktur auch in diesem Jahr mit steigenden Exportchancen rechnen. Dann die Einschränkung: Die Exportmärkte mit den größten zu erwartenden Steigerungsraten liegen nicht vor der Haustür. Man muss sich schon ein bißchen weiter weg bewegen: nach Osteuropa, Asien sowie in den Nahen und Mittleren Osten. Dieses Fazit zieht die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai), nachdem sie ihre Auslandskorrespondenten in 47 Ländern ausführlich über die dortige wirtschaftliche Situation befragt hat.

bfai-Direktor Gerd Herx sagt, "dass wir im Jahr 2002 mit etwas geringeren Zuwachsraten als in den vergangenen Jahren rechnen. Die ermittelten und gewichteten Zuwachsraten sollten Anlass zum Umdenken sein. Wachstumschancen liegen dieses Jahr weniger in den traditionellen Märkten Westeuropas oder den USA. Wir meinen vielmehr, dass Neuengagements in den expandierenden Zukunftsmärkten in Osteuropa, Asien sowie im Nahen und Mittleren Osten gefragt sind."

In die 47 Länder, die von der bfai ständig beobachtet werden, fließen 90 Prozent der gesamten deutschen Exporte. Die dortigen bfai-Korrespondenten nehmen die Einfuhrstatistiken unter die Lupe und befragen die großen Branchenverbände zu deren Importprognosen. Aber Vorsicht: Wenn zum Beispiel der us-amerikanische Chemieverband sagt, er rechne in diesem Jahr mit einer Steigerung der Importe um acht Prozent, dann heißt das nicht, dass die deutschen Chemieunternehmen automatisch acht Prozent mehr Chemieprodukte in die USA liefern werden. Die bfai sagt nur, sie haben die Chance dazu, wenn sie sich anstrengen und gegenüber den Wettbewerbern durchsetzen. Mehr nicht.

bfai-Direktor Herx: "Vor Jahresfrist haben wir vorausgesagt, dass der Wert der deutschen Exporte im Jahr 2001 über 1,25 Billionen Mark liegen wird. Unsere Prognose, die wir damals erstellt haben, wird sich im wesentlichen erfüllen. Und das ist schon ganz beachtlich. Wenn Sie uns mal vergleichen zu den anderen Prognostikern in diesem Feld, dann glaube ich, kann sich die bfai mit ihrem besonderen methodischen Ansatz durchaus sehen lassen." Und auch in diesem Jahr wagt die bfai eine Prognose: Danach wird der Wert deutscher Ausfuhren im laufenden Jahr um etwa zwei Prozent auf rund 650 Milliarden Euro zulegen, Osteuropa und Asien sind dabei die größten Hoffnungsträger.

Allerdings wird es große Unterschiede in den einzelnen Branchen geben. Die Ausfuhren in der Informations- und Kommunikationstechnik werden nur um bescheidene 1,8 Prozent wachsen, die Elektrotechnik nur um 1,5 Prozent, und das traditionelle Paradepferd der deutschen Exporteure, der Maschinen- und Anlagenbau, gibt mit gerade mal 0,8 Prozent auch keinen Anlass zum Jubeln. Hoffnungen bestehen dagegen in der chemischen Industrie mit einem erwarteten Zuwachs von 4,2 Prozent und in der Automobilindustrie, die die Chance hat, die Exporte um 3,3 Prozent zu steigern.

  • Datum 31.01.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1mBr
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