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Top-Thema – Podcast

Die Lust am Fasten

In Zeiten, wo es alles im Überfluss gibt, ist Fasten zum Trend geworden. Immer mehr Menschen in Deutschland fasten, egal ob sie religiös sind oder nicht. Sie verzichten dabei nicht mehr nur auf Alkohol und Fleisch.‎

In vielen Religionen gibt es eine Fastenzeit, wie zum Beispiel den Ramadan bei den Moslems. Bei den Christen beginnt die Fastenzeit 40 Tage vor Ostern. Die Kirche spricht von mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland, die in dieser Zeit auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten. Doch es fasten auch Menschen, die mit Religion nichts am Hut haben. Auch sie nutzen die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern, um Verzicht zu üben: Die meisten trinken dann keinen Alkohol oder verzichten auf Süßigkeiten oder Fleisch.

Auch der Kölner Immobilienkaufmann Stefan fastet jedes Jahr genau vier Wochen lang. Wie viele Kölner feiert er sechs Tage nonstop Karneval – dazu gehört jede Menge Bier.

Der 33-Jährige erklärt seine Motivation, zu fasten, so: "Es ist schön, wenn man sich nach dem Karneval wieder besinnt und einfach mal einen Monat lang nichts trinkt. Dann wird einem erst mal bewusst, wie viel Alkohol man trinkt."

Beim Fasten geht es schon längst nicht mehr um Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel. Manche schalten zum Beispiel den Fernseher nicht ein, surfen nicht im Internet oder fahren mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. Diese Menschen nutzen die Fastenzeit, um sich bewusst zu werden, wie sehr sie sich an bestimmte Dinge gewöhnt haben. Durch das Fasten merken sie, dass das Leben auch ohne diese Dinge schön sein kann.

Obwohl das Fasten oft gut funktioniert und zu neuer Selbsterkenntnis führt, hören die meisten nach einer bestimmten Zeit wieder damit auf. Denn Fasten bedeutet eben immer auch Verzicht auf etwas, was man gerne mag. So setzen die meisten nach der Fastenzeit die alten Gewohnheiten wieder fort. Stefan zum Beispiel ist zwar stolz darauf, vier Wochen lang abstinent gewesen zu sein, aber er freut sich schon auf sein erstes Bier nach Ostern.

Glossar

Fasten, das – die Tatsache, dass jemand aus religiösen Gründen zu bestimmten Zeiten bestimmte Dinge weniger oder nie isst (Verb: fasten)

Trend, der – die Mode; die Entwicklung hin zu etwas

Überfluss, der – die Tatsache, dass es mehr von etwas gibt, als gebraucht wird

auf etwas verzichten – freiwillig etwas nicht benutzen, das eigentlich erreichbar ist

(Substantiv: der Verzicht)

Fastenzeit, die – die Zeit, in der Gläubige bestimmte Sachen nicht oder weniger essen

mit etwas/jemandem nichts am Hut haben – umgangssprachlich für: sich für etwas/jemanden nicht interessieren

Aschermittwoch, der – der Tag, an dem die Karnevalszeit endet

Verzicht üben – → auf etwas verzichten

Süßigkeit, die – etwas Süßes (z.B. Schokolade oder Bonbons)

Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau, der/die – jemand, der mit Gebäuden und Grundstücken handelt

nonstop (englisch) – ständig; ohne Pause; ohne Unterbrechung

Motivation, die – der Grund, etwas zu tun

sich auf etwas besinnen – sich einer Sache bewusst werden; sich an etwas erinnern

im Internet surfen (aus dem Englischen) – sich verschiedene Informationen im Internet anschauen

Selbsterkenntnis, die – das Kennenlernen von sich selbst

mit etwas aufhören – etwas nicht mehr machen

etwas fortsetzen – mit etwas weitermachen; etwas nicht beenden

abstinent – so, dass man → auf etwas ganz verzichtet

Fragen zum Text

1. Immer mehr Menschen fasten, …

a) weil sie religiös sind.

b) um sich über ihre Gewohnheiten bewusst zu werden und sich selbst kennenzulernen.

c) weil sie Gewicht verlieren wollen.

2. Die kirchliche Fastenzeit endet nach …

a) Ostern.

b) Karneval.

c) vier Wochen.

3. Wie kann man diesen Satz nicht fortsetzen: "Die Fastenzeit nutzen viele Menschen, um …"

a) Verzicht zu üben.

b) auf bestimmte Dinge zu verzichten.

c) aufhören zu verzichten.

4. Ergänzen Sie den richtigen Artikel: "Beim Fasten geht es vor allem um … Verzicht."

a) den

b) der

c) dem

5. Wie lautet der richtige Artikel: "Der Verzicht auf … Dinge, die man mag, ist nicht einfach."

a) den

b) der

c) die

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie wollen Geld sparen und müssen für einige Zeit auf bestimmte Dinge verzichten. Auf welche Dinge könnten Sie verzichten, auf welche gar nicht? Sprechen Sie mit einem anderen Kursteilnehmer darüber und begründen Sie Ihre Entscheidung.

Autoren: Silke Wünsch/Matthias Mayr

Redaktion: Shirin Kasraeian

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