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Wissen & Umwelt

Die liebe Leber - nicht tot zu kriegen?

Viele Weinflaschen sind zu sehen (Foto: DW)

Die Selbstheilungskräfte einer Leber erstaunen Düsseldorfer Forscher. Entfernen sie zwei Drittel eines geschädigten Lappens, bildet sich dieser Teil in nur ein bis zwei Wochen komplett nach. Ist ein spezieller Zelltyp betroffen, regenerieren sich die Zellen durch einfache Teilung. Sind unterschiedliche Gewebetypen der Leber von der Schädigung betroffen, aktiviert das Organ erst sogenannte Stammzellen-Kompartimente. Die Zellen in diesen Abschnitten sind noch nicht zu speziellen Typen entwickelt, sondern können sich zu allen Gewebearten ausprägen. Die aus den Stammzellen gebildeten Zellen entwickeln sich dann zu dem entsprechenden Lebergewebe.

Auch bei Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch "entmüllt" sich das Organ recht schnell. Eine verfettete Leber - die sogenannte Fettleber - bei der beispielsweise durch ein Übermaß Wein am Abend Lipide in den Zellen eingelagert werden, ist in zwei bis drei Tagen ausgestanden. Natürlich gibt es auch Grenzen: "Ob sich eine todgesoffene Leber, also eine Leberzirrhose, wieder regeneriert, ist Glückssache. Das kann nach Jahren geschehen - oder auch nicht", sagt Professor Dieter Häusinger, von der Uniklinik in Düsseldorf.

Häusinger untersucht im Rahmen des Forschungsprojektes "Virtuelle Leber", ob es möglich ist, per Computersimulation Voraussagen über die Heilungsmöglichkeiten des Organs treffen zu können. Dazu werden zunächst unterschiedliche Parameter gemessen, danach werden die Daten in den Computer eingegeben. Aus den Krankheitsverläufen von Leber-Patienten können die Wissenschafler Kurven erstellen und später Voraussagen über den Krankheitsverlauf treffen. Erst einmal geht es den Wissenschaftlern aber darum, die erstaunlichen Selbstheilungskräfte der Leber mit Hilfe der Computerberechnungen besser zu verstehen.

Autorin: Insa Pohlenga (dpa/idw)

Redaktion: Judith Hartl